Ein Spaziergang durch Portos Altstadt

Die kleinen, verwinkelten Gässchen, die sich bergauf, bergab durch die Altstadt von Porto schlängeln, haben ihren ganz eigenen Charme. Wenn man gerade noch auf dem weiten Platz der Freiheit stand und die Jugendstilhäuser bestaunt hat, könnte man meinen, dass man hier in einer anderen Stadt ist. Nur ein paar hundert Meter am Fuße der Sé Cathedral ticken die Uhren irgendwie anders. In Porto geht es eh gemächlicher als anderswo zu, aber in den Gässchen scheint die Zeit manchmal still zu stehen. Hier und da sind die gegenüberliegenden Häuser so nah aneinander gebaut, dass man mit ausgebreiteten Armen beide Hausfassaden anfassen könnte.  Bunte Wimpel, die zwischen den Häusern gespannt sind, wehen im Wind. Wäsche hängt zum Trocknen vor den schmiedeeisernen Brüstungen vor den Fenstern. Die Sonne steht hoch am Himmel, so dass es trotz der engen Bebauung schön warm in den Gässchen ist. Ein kleiner Hund schaut dem gemütlichen Treiben auf der Straße von seinem Wachposten auf dem Balkon zu.

Porto_Gässchen_Hund_auf_Balkon (FILEminimizer)

Porto_Türschild (FILEminimizer)

Porto_Gasse_Balkon (FILEminimizer)

Rot, gelb, rosa, grün, mal renoviert, mal sehr verfallen stehen die Häuser aneinander gereiht. An fast jedem Haus hängt mindestens eine Sattelitenschüssel – manchmal sind sie passend zum Haus angemalt. Nicht mehr bewohnte Gebäude sind mit dicken Ketten und Vorhängeschlössern, die durch die Holztür gebohrt wurden, verrammelt. An der Fassade erobern sich Pflanzen ihr eigenes Reich. Sie sprießen aus dem Mauerwerk und ranken über die verrosteten Balkone. Oft sind sie aber auch schön eingetopft und wirken wie ein kleiner Vorgarten in der Kopfsteinpflasterlandschaft. Eine ältere Dame sortiert das Gemüse, was in ihrem kleinen Lädchen angeboten wird. Für die Touristen, die sich hier hin verirren, stehen kleine Miniatur Portweinfläschchen in der Auslage. Hier und da kann man zwischen den Gebäuden bis zum Fluss sehen. Ein Auto wird in einem beachtlichen Tempo durch die engen Gässchen manövriert – ganz schön mutig! Kaum ist es vorbei geholpert herrscht wieder Ruhe.

Porto_Gasse_Fähnchen (FILEminimizer)

Porto_Gasse_Kopfsteinpflaster (FILEminimizer)

Stundenlang könnte ich mich hier aufhalten. Einfach auf eine der vielen kleinen Treppen setzen und die entspannte Atmosphäre genießen. Kein Haus ist wie das andere und jedes könnte wahrscheinlich seine eigene Geschichte erzählen. Auf einem unscheinbaren Schild an einer Hauswand guckt einen eine aufgemalte Jakobsmuschel an – der bekannte Jakobsweg führt auf seinem portugiesischen Teil des Weges direkt durch Portos Altstadt. Einen schöneren Weg hätte man sich wahrscheinlich gar nicht aussuchen können. Pilger sieht man heute nicht. Überhaupt sind wenige Leute unterwegs. Ein paar Jugendliche sitzen auf den Steinstufen und spielen mit einem kleinen Welpen. Dass er den Ball zurück bringen soll hat er noch nicht ganz raus. Eine letzte Kurve und man steht wieder auf einer breiten Straße, die von Geschäften gesäumt und mit Autos  gefüllt ist. Generell geht es in Porto nicht wirklich hektisch zu – da gibt es andere Städte, die da wahre Meister drin sind. Ich liebe es einfach durch Gässchen zu schlendern und ohne  gehetzt zu werden die kleinen Details zu entdecken, die einem im Alltag oft verborgen bleiben.  Porto_Türklopfer (FILEminimizer)

Porto_Gasse_Sattelitenschüssel (FILEminimizer)

Porto_Gasse_portugiesische_Flagge (FILEminimizer)

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Bist du auch schon einmal durch die kleinen Gässchen von Porto geschlendert oder steht es ganz oben auf deiner  ToDo-Liste? Erzähle mir gerne in den Kommentaren  davon!


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Anna

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