Glutenfrei durch… Kahtmandu

Nach einem halben Jahr voller Nepal-Fernweh ging es endlich zurück. So sehnsüchtig habe ich darauf gewartet, endlich wieder durch Kathmandu laufen zu können, neue und schon bekannte Ecken zu entdecken und liebgewonnene Menschen wiederzusehen. In Ruhe in einem süßen Café zu sitzen und die Zeit zu genießen. Während ich mich bei meinem letzten Besuch meist noch eisern an den Zaubersatz „Cook it, peel it, boil it of forget it“ gehalten habe, war ich dieses Mal etwas abenteuerlustig und habe mich auch an frische Salate getraut. Zwar habe ich auch schon beim letzten Mal oft „Nepali Salad“, also geschnittene Gurke, Möhre und Rettich, bestellt, wenn ich nichts anderes auf der Speisekarte gefunden habe, aber auch nur dann, wenn ich sicher sein konnte, dass das Gemüse dafür frisch zubereitet wird und nicht schon stundenlang aufgeschnitten in Kathmandus Smog-Luft lag.

Nach vier Tagen im Süden an der indischen Grenze, wo ich außer Mandarinen, Bananen und Äpfeln kaum etwas zu Essen gefunden habe, war es so ein Glücksgefühl, endlich wieder zurück nach Kathmandu zu kommen. Tolle Cafés, Restaurants und mein Bhat Bhateni Supermarkt, in denen man auch mit Zöliakie etwas zu Essen findet.

So habe ich drei neue Restauranttipps für euch, die ich beim letzten Mal noch nicht getestet habe. Wie bereits oben angekündigt, haben es mir dieses Mal besonders frische Salate angetan. Mit Zöliakie weiss man, dass selbst dabei einiges schieflaufen kann, aber hier hatte ich ein so gutes Gefühl bei der Bestellung und auch hinterher keine Bauchschmerzen. Ein Traum!

  1. Garden of Dreams

Beim letzten Mal war ich so traurig, dass ich es in einem Monat nicht geschafft habe, den Garden of Dreams zu besuchen. Im Vorbeilaufen habe ich immer nur durch das kleine Tor in der hohen Mauer durchgelukt, aber viel konnte man da nicht sehen. Endlich war es so weit! Mitten in der Innenstadt, einen Steinwurf vom Königspalast und am Eingang zu Thamel versteckt sich der wunderschön angelegte Garten hinter hohen weißgetünchten Mauern wie eine kleine Oase inmitten des ganzen Großstadttrubels.

Der Blick aus dem Kaiser Café – hier könnte man stundenlang sitzen!

Junge Pärchen treffen sich für ihre Dates hier und andere entfliehen einfach für einige Zeit dem Stress und Dreck der Stadt.

Man fühlt sich, als wenn man mit der Eintrittskarte auch das Ticket in eine andere Welt gekauft hätte. Seine Gedanken sind noch bei den hupenden Autos und bettelnden Straßenkindern, die oft an der Kreuzung vor dem Garten sitzen und mich jedes Mal aufs Neue so traurig stimmen und auf einmal ist es so ruhig und völlig anders um einen herum. Schön anders. Kleine Eichhörnchen lassen sich von den Gästen füttern und mampfen ihre Beute, die sie sicher in beiden Pfoten halten genüsslich auf den Rasenflächen des kleinen Freilichttheaters.

Verschiedene Cafés liegen in den Ecken des Geländes. Im Kaiser Café fühlt man sich ein bisschen wie in vergangenen Zeiten.

Eine spezielle Karte mit Allergenen gibt es hier leider nicht, aber mit meiner Bitte an den Koch konnte die Küche etwas anfangen. Wie soll es anders sein, ist meine Auswahl auf einen Salat gefallen. Ich muss gestehen, dass ich mich dabei immer am sichersten fühle und man die Gefahr einer Kontamination mit Gluten ganz gut vermeiden kann. Nach kurzer Zeit kam der Kellner noch einmal zurück und erkundigte sich, ob ich denn nicht auch noch gegen Nüsse allergisch sei – Gott sei Dank konnte ich da den Kopf schütteln. Wenig später kam er mit dem Salat und einem handgeschriebenen Zettelchen zurück, auf dem die genauen Zutaten standen, damit ich auch wirklich beruhigt essen konnte.


Wo? Kaiser Café Restaurant & Bar, Kaiser Mahal, Garden of Dreams, Thamel, Kathmandu


  1. Himalayan Java Coffee House

Wie der Name schon sagt vor allen Dingen ein Coffee Haus, das mir den hier typischen amerikanischen mithalten kann. Um ehrlich zu sein, übertrifft es die in meinen Augen noch. Super stylisch und so gemütlich eingerichtet gibt es an so vielen Ecken in Kathmandu Filialen. Ich habe mich in das in Boudha verliebt. Der Blick auf die Sutupa ist unbezahlbar, wenn die Fenster offenstehen, kann man wunderbar stundenlang die Pilger beobachten, die Runde für Runde um die Stupa gehen und die Gebetsfahnen im Wind wehen sehen. Wie ich euch schon in meinem letzten Artikel verraten habe, ist die Stupa eh ein ganz besonderer Ort für mich.

Gerne setze ich mich einfach für einen leckeren Espresso hier hin und genieße die Zeit, in der man die Hektik gut ausblenden kann. Wenn der Hunger dann doch einmal aufkommt, gibt es zwar keine spezielle Allergenkarte, aber die Bitte an den Koch und meine Erklärungen wurden verstanden, so dass ich zumindest einen Salat bekommen habe, in dem alles Glutenhaltige weggelassen wurde.


Wo? Himalayan Java Coffee, Filialen gibt es überall in Nepal


  1. Or2k

Diejenigen, die nicht unbedingt Salat essen mögen, können im OR2K aufatmen – die glutenfreie Karte lässt das Allergikerherz höher schlagen!

Der Blick auf den Fewa See in Pokhara von der Terrasse des OR2K ist unbeschreiblich!

Bei meinem letzten Besuch habe ich mich schon in das Or2k in Pokhara verliebt. Mit einem leckeren Getränk kann man stundenlang auf der Terasse sitzen und den Blick über den See schweifen lassen – besonders zum Sonnenuntergang ein ganz wunderbarer Ort.

Ein zweites Restaurant gibt es mitten in Thamel. Um ehrlich zu sein, kann das OR2K in Kathmandu natürlich nicht mit dem in Pokhara mithalten – der atemberaubende Seeblick fehlt einfach. Inmitten von Thamel kann man sich hier aber zwischenzeitlich neu stärken, wenn man die letzten Kräfte beim Shoppen aufgebraucht und den Vormittag schon alle möglichen Geschäfte abgeklappert hat. Das Publikum ist gemischt – an einem Tisch sitzen Backpacker, in einer Ecke sitzt jemand mit dem Laptop und arbeitet, da sitzen Mädels und tauschen den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Gemütlich ist es für alle – Sitzkissen liegen auf dem Boden, am Eingang begrüßt einen eine riesige Wasserschale mit schwimmenden Blüten und jede Speisekarte sieht aus wie ein kleines Kunstwerk.

Durch Zufall habe ich eine Extraseite für glutenfreie und vegane Ersatzprodukte gefunden. So wurde aus dem eigentlichen Salat (ja, ich hätte auch ein Kaninchen werden können!!) zusätzlich noch ein Roti aus Buchweizen. Ich werde mich wahrscheinlich nie als der größte Buchweizenfan outen, aber als Beilage war es wirklich gut. Zur eigenen Beruhigung habe ich hier dem Kellner noch einmal die Bitte an den Koch auf Nepali mit in die Küche gegeben, um auf Nummer sicher zu gehen, dass die glutenfrei gekennzeichneten Rotis auch für Menschen mit Zöliakie geeignet sind.

Neben glutenfreien Spaghetti, Falafel und Maisbrot stand noch ein glutenfreier Schoko-Kürbis-Kuchen auf der Karte, der aber leider einfach nicht mehr in den Bauch passen wollte. Ich muss ja auch noch was auf meiner „To Eat“-Liste für den nächsten Besuch lassen.


Wo? OR2K Thamel, Kathmandu, Nepal


 

Wenn noch nicht das Richtige für euch dabei war, findet ihr vielleicht etwas in meinen anderen beiden Berichten „glutenfrei durch Nepal“ Teil 1 und Teil 2, die ich nach meinem ersten Besuch für euch geschrieben habe.

Habt ihr einen speziellen „glutenfreien“ Tipp in Kathmandu oder insgesamt in Nepal, wo ich beim nächsten Mal auf jeden Fall essen muss? Schreibt ihn mir gerne in die Kommentare!


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Anna

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