Ein glutenfreier Kurztrip durch die lettische Hauptstadt

Für einen Städtetrip ist Riga wirklich die perfekte Stadt. Nicht zu groß, nicht zu klein. Mit bequemen Schuhen kann man alles super zu Fuß zu erreichen – wie gut, dass man immer erst abends im Bett merkt, wie viel man wirklich gelaufen ist, wenn die Waden immer mehr anfangen zu ziehen und die Beine schwerer und schwerer werden.

Im Gegensatz zu all den touristischen Sehenswürdigkeiten wie den entzückend renovierten Jugendstilhäuschen, Gildehäusern und dem bekannten Schwarzhäupterhaus, sind die glutenfreien Highlights eher rar gesät. Lettland hat an sich eher eine sehr bodenständige Küche – schön herzhafte Hausmannskost, tolle süße und herzhafte Backwaren – natürlich glutenhaltig. Oft stehen auch Aufläufe mit Buchweizen auf der Speisekarte – aber zu früh gefreut: Da versteckt sich sehr oft auch Gerste drin. Bei Gemüseeintöpfen kann man Glück haben – aber bei einem kurzen Städtetrip hatte ich da keine Muße zu, etwas für mich zu finden. Da kam das Gefühl auf, als wenn die Suche danach in Sisyphusarbeit enden könnte. So habe ich mich dann eher mit kleinen Snacks über Wasser gehalten und zufrieden gegeben. Die Nähe zur See lässt sich aber auch nicht wirklich leugnen – Fisch steht nicht selten auf der Speisekarte – da ist immer etwas für uns dabei. Zur Not findet man auch in großen Supermärkten auch ein paar glutenfreie Sachen, so dass gut gestärkt ist, um die Stadt zu erkunden.

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Ich muss gestehen, dass ich eine Liebe nicht mit den Letten teile. Ihre Liebe zu Kümmel. Auch wenn er glutenfrei ist, kann ich leider nichts damit anfangen, außer mich ganz fies zu schütteln, wenn ich daran denke. Ich wurde von meinen Eltern früher schon der „Kümmeldedektiv“ genannt, der auch das kleinste fiese Korn aus seinem Essen pickt.

Auf den Stadtplan können wir uns auf jeden Fall direkt die Markthallen markieren. Hier wurden am Rande der Altstadt ehemalige Zeppelinhangars zu fünf Markthallen zusammengeschlossen. Es werden Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse und Backwaren angeboten. Stockfische stecken in Eimern und warten auf ihre Käufer – aus der Ferne könnte man sie mit Blumengestecken verwechseln. In der Halle danach warten andere lettische Spezialitäten. Hier fühle ich mich gut aufgehoben – eingelegte Gurken in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Paprika, Weißkohl, ganze Knoblauchzehen. Macht euch darauf gefasst, dass die Marktfrauen keine Sonnenscheine sind – ihr könnt ja einfach versuchen für sie mitzustrahlen, wenn ihr all die Leckereien seht! In den Markthallen gibt es auch einen normalen Supermarkt, in dem ihr typische lettische Süßigkeiten von Laima und z.B. auch getrocknete Fischsnacks als Mitbringsel kaufen könnt.

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Nur so ein Tipp am Rande: Kommt bitte nicht auf die Idee, eingelegte Knoblauchzehen als Souvenirs für den nächsten Grillabend mitzunehmen. Auch in unzählige Tüten eingewickelt hinterlasst ihr immer eine nicht gerade dezente Duftwolke. Und wenn ihr es doch tut, dann müsst ihr schon einmal euren pikierten und schuldzuweisenden Blick für den Rückflug üben, wessen Koffer denn da so müffelt. Ihr könnt zumindest sicher sein, dass euch kein Vampir anfallen wird! Das habe ich natürlich nur gehört und nicht selbst gemacht – ist ja klar! 🙂

Wenn ihr genug von eingelegten Gurken und lecker aussenden Backwaren habt, die ihr mit Zöliakie eh nicht essen könnt, findet man neben Lebensmitteln um die Hallen herum auch Souvenirs wie Holzschnitzereien oder dicke gestrickte Socken und Mützen und den Bernstein, der einem im Baltikum überall begegnet.

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Aber auch in Riga gibt es ein spezielles Café mit glutenfreien Backwaren – Tira Maize auf der Gertrudes iela 60. Hier kann man auch mit Zöliakie die Waffelröllchen mit der Karamellcremefüllung probieren, die einen aus jeder Bäckereiauslage anlächeln. So bekommt man dann doch noch etwas typisch Lettisches zu essen. Die anderen Sachen wie Pizzastücke und Käsekuchen waren keine echten Highlights – zumindest waren sie wirklich glutenfrei! Das Café ist aber ganz hübsch und bietet Wlan.

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Wenn langsam die Sonne untergeht, dann mach doch noch einen Abstecher zum Radisson Hotel und fahrt hinauf in die Skybar. Selbst wenn es nur für einen Drink ist, ist der Blick über die Stadt wirklich ganz schön. Natürlich dürft ihr keine New Yorker Skyline erwarten, aber der Blick auf den Fernsehturm der lettischen Hauptstadt kann auch ganz schnuckelig sein. Auf dem Weg hierher kommt ihr an der Geburtskathedrale vorbei – die Kuppeldächer der russisch-orthodoxen Kirche glänzen zauberhaft.

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Habt ihr auch tolle Momente in Riga erlebt oder schöne Ecken entdeckt? Habt ihr den Black Balsam probiert, für den Riga so bekannt ist? Habt ihr auch einen Abstecher ans Meer nach Jurmala gemacht? Erzählt mir gerne in den Kommentaren von euren Erlebnissen!


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Anna

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