Kartoffel-Pakora & Chili-Chutney

Rezept aus Nepal

Nachdem es in der vergangenen Woche ein Rezept für unterwegs gab, gibt es heute ein Rezept von unterwegs für euch: Kartoffel-Pakora aus Nepal. So habe ich euch über die letzten 1,5 Jahre immer mal wieder etwas über dieses verrückte Fleckchen Erde erzählt, euch in Gedanken zu wunderschönen Plätzen mitgenommen und viele Tipps über das Reisen mit Zöliakie in Nepal mit auf den Weg gegeben. Aber die Rezepte, die ich immer mal wieder gesammelt habe, habe ich euch bisher noch nie verraten – bis heute.

Es gibt nicht „das eine“ Pakorarezept – jeder Koch, bzw. jede Köchin hat wahrscheinlich ihre ganz eigene Art, diese Gemüsebratlinge zuzubereiten. So können die Gemüsesorten, aber auch das verwendete Mehl variieren. Das kommt immer auf denjenigen an, der sie zubereitet und wie es traditionell in der Familie gemacht wird. Es gibt alle möglichen Sorten von Pakoras mit den verschiedensten Gemüsesorten: Heute gibt es sie mit Kartoffel und Kichererbsenmehl. Quasi Reibeplätzchen im Nepali-Stil. Bei mir sehen sie auch ein bisschen anders aus, da ich immer etwas mehr Mehl verwende, als eigentlich nötig wäre und sie immer ziemlich flach in der Pfanne drücke, damit sie noch knuspriger werden. So hat eben jeder seine eigene Art, „seine“ Pakoras zu machen.

Wer meint, dass es in Nepal wirklich nur drei Mal am Tag das Nationalgericht Dal Bhat (Reis mit Linsensoße) gibt, liegt nicht ganz falsch aber auch gleichzeitig Meilen von der Wahrheit entfernt. Wenn man mit offenen Augen an Speisekarten der kleinen Restaurants und den kleinen mobilen Verkaufsständen und vorbei geht, merkt man erst einmal, wie vielfältig die Küche Nepals ist.

Ich kann mich heute noch daran erinnern, als ich das erste Mal Pakoras gegessen habe. Nachmittags kam meine Gastmutter mit einem kleinen Päckchen aus Alufolie vom Einkaufen wieder und breitete die kleinen Gemüsebratlinge auf dem Tisch aus. Natürlich habe ich mich nicht getraut, zuzugreifen, da ich fest davon ausgegangen bin, dass die Gemüsemasse durch Weizenmehl zusammengehalten wird. Von wegen! Traditionell werden verschiedene Mehle für Pakora benutzt, aber meist glutenfreie, wie z.B. Kichererbsen- oder Linsenmehl. Trotzdem zögerte ich noch. In was für Fett wurden sie denn frittiert? Bzw. was wurde noch anderes in dem gleichen Fett zubereitet? Selbst darauf wurde geachtet: Es wurde extra neues Öl zum Braten, bzw. Frittieren genommen. Uns so sehe ich mich heute noch in Kathmandu im Büro meiner Gastmutter auf der Sessellehne hocken und so glücklich in die knusprigen Teilchen beißen.

In Nepal werden zu fast allen Gerichten obligatorisch scharfe Soßen gereicht. Egal, ob darin die Mo:Mos getunkt werden, oder das Dal Baht noch etwas nachgewürzt wird. Eine der Soßen ist rot und die andere leicht orange. Ihr dürft raten, welche von beiden die ganz scharfe und welche die etwas Mildere ist! Dementsprechend stelle ich euch heute die etwas mildere (orangene) Variante vor.

In Nepal habe ich die Soßen meist nie probiert, da mir nie jemand versichern konnte, ob kein Gluten enthalten ist (obwohl sie von Natur aus glutenfrei sein müsste). Dafür habe ich sie zu Hause in der glutenfreien Variante nachgekocht und auch gleichzeitig den Schärfegrad angepasst. Jeder Nepali würde mich wahrscheinlich fragen, ob ich die Chilis völlig vergessen habe – je nach Geschmack könnt ihr das beim Nachkochen ja anpassen und vielleicht die ein oder andere Chilischote mehr verwenden.

Mit einer mittelscharfen/scharfen kleinen (ca. 5 cm langen) Schote war es vom Schärfegrad bei mir gerade noch vertretbar. Bei diesem Rezept wird die Schärfe schön durch die Kartoffeln in den Pakoras ausgeglichen. Als „Zauberzutat“ wird hierbei Timmur-Pfeffer, bei uns als Szechuan-Pfeffer bekannt, verwendet. Er gibt der Soße neben dem Kurkuma ihren ganz speziellen Geschmack – ich kann es schlecht beschreiben, aber er hat etwas fruchtig-zitroniges.

 

Kartoffel-Pakora

Zutaten (reicht als Snack für 3 Personen)

  • 450 g Kartoffeln
  • 2 mittelgroße rote Zwiebeln (ca. 160 g)
  • 115 g Kichererbsenmehl
  • 15 Umdrehungen mit der Pfeffermühle
  • ½ Chilischote (mittelscharf/scharf)
  • 50 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Kurkumapulver
  • Öl zum Braten

  1. Zunächst werden die Kartoffeln geschält und in feine Stifte geschnitten.
  2. Die Zwiebeln werden in feine Scheiben geschnitten. Dazu benutze ich immer einen Küchenhobel, damit die Zwiebelstücke gleichmäßig fein werden.
  3. Die Kartoffelstifte und Zwiebeln werden in einer Rührschüssel vermengt.
  4. Dazu werden das Kichererbsenmehl, der Pfeffer, die ½ (gehackte) Chilischote, das Kurkumapulver und Salz gegeben. Das Ganze wird nun zu einer Masse verknetet.
  5. Durch das Mehl wird es etwas trocken sein, so dass ihr nach und nach etwas Wasser hinzugeben könnt. Bei mir haben ca. 50 ml gereicht, da auch die Kartoffeln nach etwas Wartezeit auch noch Flüssigkeit abgeben. Zu lange solltet ihr die Masse aber nicht stehen lassen, da es sonst zu wässrig wird.
  6. In einer hohen Pfanne wird nun das Fett erhitzt. Ich habe hierfür Kokosöl verwendet – mit Sonnenblumenöl oder anderem recht neutralem Öl, das man gut erhitzen kann klappt es natürlich auch!
  7. Nun werden aus der Kartoffelmasse kleine Portionen zu keinen Plätzchen geformt und in das heiße Fett gegeben und so lange gebraten, bis sie schön gold-gelb sind. Je nach Geschmack könnt ihr natürlich auch kleine Kugeln aus dem Teig formen, so dass sie Pakoras etwas dicker/rundlicher werden. Passt auf, dass das Fett nicht zu heiß wird – sonst spritzt es wahnsinnig, wenn ihr den Teig in die Pfanne gebt und die Pakoras verbrennen außen schneller, als dass sie innen gar werden.
  8. Nach dem heißen Fettbad lasse ich die Kartoffel-Parkoras kurz auf etwas Küchenkrepp auf einem Rost abtropfen, bevor sie mit dem Chili-Chutney serviert werden.

Chili-Chutney

Zutaten

  • 6 Tomaten (mittelgroße Strauchtomaten)
  • alternativ ½ Dose gehackte Tomaten
  • 2 EL Kokosöl
  • 3-4 EL Sesamsamen
  • 30 Körner Szechuan-Pfeffer / Timmur-Pfeffer
  • 1 Chilischote
  • 1 gestr. TL Kurkumapulver
  • 1 TL Salz

  1. Zunächst werden die Tomaten vorbereitet. Solltet ihr keine Dosentomaten verwenden, werden die frischen Tomaten gehäutet und der harte Strunk in der Mitte entfernt. Um die Schale leichter abpellen zu können, erhitze ich die Tomaten meist in einem Topf mit Wasser, bis die Haut von selbst aufplatzt. Dann kann man sie bequem abziehen.
  2. Danach wird das Öl in einem kleinen Topf auf dem Herd erhitzt. In meinem Fall habe ich Kokosöl verwendet – hier habe ich die zwei Esslöffel kurz schmelzen lassen und dann die Sesamsamen, Szechuan-Pfefferkörner, Chilischote und das Kurkumapulver dazugegeben.
  3. Das Ganze habe ich kurz köcheln lassen und dann die vorbereiteten Tomaten hinzugegeben. Vorsicht! Das kann etwas spritzen. Gebt hier Acht, dass das Fett nicht zu heiß wird und ihr euch damit verbrennt.
  4. Das Ganze wird dann je nach Geschmack mit Salz gewürzt und so lange auf niedriger/mittlerer Hitze köcheln gelassen, bis die Masse beginnt einzudicken.
  5. Vor dem Servieren wird das Chutney noch kurz mit dem Stabmixer zu einer cremigen Soße püriert.

Ich wünsche euch viel Freude beim Nachkochen! Berichtet mir gerne in den Kommentaren von eurem Ergebnis! Habt ihr es vielleicht mit anderen Gemüsesorten oder einem anderen Mehl ausprobiert? Erzählt mir gerne davon – ich freue mich!

Eure Anna ♥

 


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Anna

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