Low Budget im Luxusparadies

Die besten Dinge im Leben sind immer doch die, die man nicht kaufen kann!

Ganz ehrlich? Wenn ich an St. Maarten denke, denke ich im ersten Moment an alles andere, als an einen typischen Low Budget-Urlaub, in dem man mit möglichst wenig Geld eine Menge erleben kann. Das Essen ist nicht gerade günstig und die Supermarktpreise toppen unsere europäischen um einiges. In Philippsburg gibt sich ein Juwelier dem nächsten die Klinke in die Hand und die Megayachten liegen im Hafen und strahlen im glitzernden Wasser um die Wette.

Aber auch für denjenigen, der nicht sein komplettes Budget an einem Tag auf den Kopf hauen möchte, hat die Insel genug zu bieten.

  1. Mietwagen anstatt Taxi. Anstatt teure Taxifahrten zu machen, schon mal über einen Mietwagen nachgedacht? Taxis gehört auf St. Maarten nicht unbedingt zu den erschwinglichsten Verkehrsmitteln. Da lohnt es sich schon, wenn man für die Zeit seines Aufenthaltes oder auch nur für ein paar Tage einen Mietwagen nimmt, der einen bequem überall hinbringt. Einfach da anhalten, wo es einem gefällt und die Insel auf eigene Faust erkunden. Ich war schon froh, dass es zufällig ein Automatikwagen war. Die wenigen PS haben ganz schön an den Hügeln und kleinen Bergen der Insel zu kämpfen gehabt – beim Anfahren im Berg hatte ich so manches Mal Angst, dass mir gleich der Motor um die Ohren fliegt, so hat er geschnauft.Gemietet werden können die Autos mit dem deutschen Führerschein und es gibt noch etwas Positives: Nur ab und zu muss eine Parkscheibe gestellt werden, wenn die Parkplätze blau umrandet sind – sonst ist das Parken komplett frei!
  2. Ein Strand ist schöner als der andere und das Blau des Meeres kitschiger, als an anderen Stellen. Oft liegen die Strände in bewachten Gebieten, die durch Schranken und Wachmänner gesichert sind. Hier muss man sich manchmal einfach trauen und überwinden, weiter zu fahren, sonst verpasst man die schönsten Orte der Insel.
  3. Forts bieten einen tollen Ausblick. Auf der Insel gibt es drei alte Forts, von denen man einen tollen Ausblick hat. Ich habe das Fort Louis in Marigot besucht. Alte Kanonen zeigen noch auf das Wasser und die französische Flagge flattert im Wind. Die Ruinen auf der saftig grünen Grasfläche könnten auch irgendwo in Schottland stehen – wenn man nicht in der Stadt die Palmen sehen würde, wäre das auch noch etwas realistischer. Der Ausblick auf die Stadt, den Hafen und das Meer ist wunderschön, um ein paar Minuten die Ruhe zu genießen und den ein oder anderen Leguan zu beobachten, der blitzschnell verschwindet.
  4. Lokale BBQs anstatt teure Restaurants. Ohne Probleme kann man sein Budget in den zahlreichen Restaurants mit entsprechenden Preisen auf den Kopf hauen. Aber versucht es doch einfach mit den lokalen Lolo’s. Überall findet man die riesigen Grills, bei denen nach Bestellung Fisch, Fleisch oder Gemüse auf den Grillrost gelegt wird. Hier habe ich schon einmal über die typischen BBQs erzählt.
  5. Pic Paradis. Keine Angst, an Höhenkrankheit wirst du hier nicht erkranken. Mit 424 Metern ist der Pic Paradis der höchste Berg auf der Insel. Naja, es ist nicht wirklich ein Berg – man kann vielleicht eher von einem Hügel sprechen. Ein kleines Hinweisschild an der Hauptstraße weist dir den Weg und dann geht es immer weiter hinauf, bis ein schmiedeeisernes Tor dich von der Weiterfahrt abhält. Am Straßenrand kann der Wagen geparkt werden, bis es dann zu Fuß weiter geht. Etwas versteckt liegen zwei kleine Wanderwege. Einer davon führt über einen kleinen zugewucherten Dschungelweg bis zum Gipfel mit seiner tollen Aussicht. Such dir einen schönen klaren Tag aus, an dem es nicht plötzlich beginnt zu regnen: Dann ist der Blick bestimmt noch toller und du rutschst nicht andauernd auf dem glitschigen Weg aus!
  6. Beobachte die ankommenden Flugzeuge am Maho Beach. Der Maho Beach ist der weltbekannte Strand, an dem schon unzählige Besucher das Gefühl hatten, als wenn sie den ankommenden Flugzeugen knapp den Bauch hätten kitzeln können. Aber der Strand ist nicht nur für die ankommenden Flugzeuge bekannt – jeder Start ist ein fast genauso großes Spektakel. Ganz nah stehen die Maschinen am Zaun, der die Schaulustigen und das Rollfeld voneinander trennt. Die Danger-Schilder hängen nicht umsonst da und weisen durch Strichmännchenzeichnungen darauf hin, dass es ganz schön stürmisch werden kann. Wenn die Turbinen angehen, hält man sich besser fest, oder man fällt wie ich es getan habe fast von seinem Aussichts-Straßenpöller.
  7. Leguane Füttern. Durch Zufall haben wir die riesige Leguanfamilie am Straßenrand entdeckt, die wohl schon eine bekannte Touristenattraktion zu sein scheint. Wie eine kleine Gang, die es auf Salatköpfe abgesehen hatte, kamen immer mehr aus dem Versteck. Zugegeben war es aber auch etwas spooky, als es immer mehr von den kleinen Drachen wurden, die einen meinen lassen konnten, dass man in einer Szene aus Jurassic Park gelandet ist.Wo? Wenn man von Oyster Pond in Richtung Orient Bay der Küstenstraße folgt, kommt man, nachdem man die Aussichtspunkte von Baie de l’Embouchure hinter sich gelassen hat, durch ein bewohntes Gebiet. An einer Stelle werden auf der rechten Seite die großen gelben Schulbusse nach Schulende geparkt – genau da wohnen die Leguane. Wenn man Glück hat, ist schon ein Taxifahrer mit seinen Fahrgästen da und hat die Tierchen bereits mit Salatblättern aus dem Versteck gelockt.
  1. Kauf lokale Souvenirs. Besonders in den Hauptstädten Philippsburg und Marigot stehen viele Verkaufsbuden und Marktstände, die alle möglichen Souvenirs an die Touristen verhökern, die meist für wenige Stunden mit riesigen Kreuzfahrtschiffen die Insel unsicher machen. Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, dann besucht doch einmal „Busco“. Hier werden handgemachte Sachen aus verschiedenen Kooperativen verkauft – Gewürze, Kunst, selbstgemachte Marmeladen und natürlich darf der Rum nicht fehlen. Gerne darf alles probiert werden. Aus dem ursprünglich geplanten „Lass uns mal eben in den Laden reinspringen“ wurde im Endeffekt ein halber Nachmittag, an dem viel mit den Verkäuferinnen gequatscht, probiert und natürlich auch eingekauft wurde. Die Preise sind hier auch nicht gerade Schnäppchen, aber zumindest werden so lokale Kooperativen unterstützt.   Busco, 6, Rue Franklin Roosevelt, Grand Case
  2. Lass die Seele baumeln und lass dich treiben. Ich muss zugeben, dass ich mich bei meinem ersten Besuch in Philippsburg ziemlich schnell habe stressen lassen und genauso schnell die Augen vor den süßen Ecken des Städtchens verschlossen habe. Gerade hatte ein rieeeesiges Kreuzfahrschiff angelegt, Massen an betrunkenen und in knappen Badesachen und Bikinis gekleidete Menschen schoben sich gröhlend durch die Stadt. Obwohl ich noch nie da war – so stelle ich mir den Ballermann in der Hochsaison vor. Leider gar nichts für mich! Wenige Tage später habe ich Philippsburg noch eine Chance gegeben und wir konnten uns doch noch anfreunden. Den kleinen versteckten Garten, die süßen Kirchen, die bemalten Fassaden und das historische Hotel, in dem die niederländische Königin früher residierte sind mir vorher gar nicht aufgefallen.     

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Anna

    COMMENTS (4)

  1. Sarah

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    Liebe Anna,
    ich krieg einfach solches Fernweh, wenn ich solche Bilder sehe und weiß ganz genau, dass mein Freund sich wahrscheinlich total freuen wird, wenn er Leguane sehen würde in freier Wildbahn. 😀 Er liebt Tiere so über alles und geht gern mit mir essen.
    Ein Träumchen und irgendwann werde ich mir den auch erfüllen! 😀 Danke für den tollen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Sarah

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    • Anna

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      Liebe Sarah,

      vielen herzlichen Dank für deine lieben Wore! Die Leguane waren wirklich verrückt – mir war es schon etwas unheimlich, als es auf einmal so viele wurden! Falls ihr in der Nähe zu den Niederlanden wohnt, lohnt es sich auch immer nach Flügen und Angeboten von Amsterdam aus zu gucken – da ist es oft günstiger, als von Deutschland aus und der Traum ist schon ein bisschen erschwinglicher :-).

      Viele liebe Grüße
      Anna

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    • Anna

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      Liebe Katrin,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ja, oft sind die Dinge die schönsten, die man unternehmen kann, ohne viel Geld auszugeben.

      Viele liebe Grüße
      Anna

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