Glutenfrei essen gehen: Tipps für den glutenfreien Restaurantbesuch

Worauf muss ich achten?

 

Oft herrscht Unsicherheit, wenn man sich in Restaurants und Cafés nach glutenfreien Gerichten erkundigt. Das gilt in der Heimat genauso wie auf Reisen!

Nicht selten bekommt man als Antwort, dass keine Milch enthalten sei, oder man hört Sätze wie: „Ach, dann lassen wir die Nüsse einfach weg“. Ich muss zugeben, dass ich das ein oder andere Mal schon verzweifelt dagesessen habe – im Nachhinein muss ich bald schon wieder über die all die Antworten schmunzeln. Aber all der Humor bringt einem in der jeweiligen Situation auch kein glutenfreies Gericht auf den Tisch.

So stelle ich euch heute eine kleine Checkliste vor, an der man sich bei der Bestellung und Auswahl seines Restaurants orientieren kann, damit man ein paar Anhaltspunkte und auch noch einmal im Hinterkopf hat, was man alles hinterfragen sollte.

Während man vor allem in Deutschland nicht selten das Gefühl vermittelt bekommt, dass oft eine Mischung aus Unwissenheit und auch ein wenig Desinteresse herrscht, wird man dennoch immer wieder auch positiv überrascht und in dem ein oder anderen Restaurant oder Café scheint es ganz selbstverständlich zu sein, auch auf die speziellen Bedürfnisse von Allergikern einzugehen.

Je nachdem, wohin es im Ausland geht, kann es natürlich sein, dass man noch nie etwas von Gluten gehört hat – und schon gar nicht von Zöliakie! Oft habe ich aber hier die Erfahrung gemacht, dass man sehr offen reagiert und ab und an auch die Möglichkeit bekommt, dem Koch bei seiner Arbeit über die Schulter zu gucken, um mögliche Fehler bei der Zubereitung direkt zu vermeiden.

Gerne denke ich da auch immer an eine kleine Tapasbar in Porto zurück. Nach einem Tag voller Sightseeing und einigen gelaufenen Kilometern, war ich viel zu platt, dem Kellner noch zu erklären, wobei bei meinem Essen geachtet werden müsste. So war es völlig okay für mich, einfach nur ein Getränk zu bestellen und meiner Freundin beim Essen zuzusehen. Ein wenig stutzig war der Kellner schon – es kann doch nicht sein, dass ich nicht hungrig bin! Beiläufig erwähnte ich, dass ich Zöliakie hätte und deshalb nichts essen wollte. Kurz danach lag die glutenfreie Speisekarte auf meinem Platz und er konnte mir genau erklären, was für Zöliakiebetroffene geeignet ist und was nicht. Manchmal gibt es einfach so schöne Momente – besonders dann, wenn man nicht mit ihnen rechnet!

Grundsätzlich kann man jedoch ein paar Regeln beachten, die es einem leichter machen, auch außerhalb der eigenen vier Wände gemütlich und recht unbesorgt essen zu gehen. Egal ob das in der Heimat oder unterwegs auf Reisen ist.

  1. Auf Zöliakie hinweisen

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es oft nicht ausreicht, wenn man „nur“ ein glutenfreies Gericht bestellt. Oft wird unser Problem nur verstanden, wenn man sagt, dass man eine schwere Allergie hat, da viele Gastronomen immer noch keinen Unterschied zwischen wirklich Erkrankten und Leuten machen, die sich freiwillig glutenfrei ernähren.

  1. Die Bitte an den Koch dabeihaben

Besonders in Ländern, in denen man die Landessprache nicht spricht und nicht jeder Englisch versteht, kann die ausgedruckte Bitte an den Koch schon enorm helfen! Aber seid nicht enttäuscht, wenn euer Gegenüber sie leider nicht lesen kann oder trotzdem nicht versteht, wo das Problem liegt. Besonders in asiatischen Ländern möchten Köche ihre Gäste oft nicht enttäuschen und ihnen natürlich etwas zu Essen servieren: Aus Höflichkeit wird dann oft gesagt, dass es glutenfrei ist, obwohl Gluten enthalten sein kann, oder sie das Problem einfach nicht verstanden haben. Hier müsst ihr sehr auf euer Bachgefühl hören und dementsprechend entscheiden, ob ihr etwas essen mögt, oder lieber noch einmal weiter zieht.

  1. Nach Allergenkarte fragen

Wenn man in manchen Restaurants erwähnt, dass man allergisch ist, bringt das Servicepersonal meist auch schon automatisch eine Allergenkarte. Natürlich gibt es auch die ein oder anderen schwarzen Schafe, die sich trotz der Kennzeichnungspflicht nicht davon überzeugen lassen, sich die Mühe zu machen und auf Allergene hinzuweisen. Und dann gibt es solche, die sich die Mühe zwar gemacht haben, man aber vorne und hinten nicht durchblickt, Brot nicht als glutenhaltig ausgezeichnet wird oder oder oder. Der Kreativität sind da wohl oft keine Grenzen gesetzt!

Allergenkennzeichnungen gibt es auch oft im Ausland außerhalb der EU. Besonders in gehoberen Restaurants oder Hotelrestaurants gibt es oft separate Karten, in denen die einzelnen Gerichte mit ihren jeweiligen Allergenen aufgelistet sind. Es lohnt sich oft, einfach mal danach zu fragen!

  1. Trotzdem hinterfragen!

Auch wenn man das Gefühl hat, dass sich die Servicekräfte gut auskennen und auch die Allergenkarten übersichtlich sind, ist es oft einfach noch sicherer, wenn man trotzdem noch einmal genau hinterfragt, wie alles zubereitet wird. Kleine Fehler können sich immer einschleichen – in der Theorie schneidet der Koch den Salat oder das Fleisch vielleicht doch auf einem anderen Brettchen oder mit einem anderen Messer, als es vielleicht vorgesehen war.

  1. Kontamination? Gefahrenquellen kennen und hinterfragen!

Wenn man schon genau nachfragt, kann man auch direkt nachhorchen, wie es mit einer möglichen Kontamination der Speisen aussieht. Viele machen sich einfach keine Gedanken darüber, dass auch kleinste Spürchen Gluten schädlich sein können!

Gerade als bei mir damals die Zöliakie diagnostiziert wurde, hätte ich niemals gedacht, wo sich überall Gluten verstecken kann! Aber das lernt man mit der Zeit.

  1. Gespräch mit dem Koch suchen & Verständnis haben

Na klar ist es manchmal echt schwierig, ruhig zu bleiben, wenn der Gegenüber weder Ahnung, noch Verständnis hat, was unsere glutenfreie Ernährung betrifft. Ja, es nervt auch, wenn Gluten mit Glutamat verwechselt sind. Aber es bringt leider auch nichts, dabei völlig aus der Haut zu fahren. Wahrscheinlich erreicht man damit genau das Gegenteil. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns jeden Tag mit dem Thema beschäftigen und mit der Zeit Experten geworden sind.

Auch wenn es gesetzlich geregelt ist, dass Allergene ausgezeichnet werden müssen, heißt das noch lange nicht, dass Menschen, die nicht an der Krankheit leiden sich genauso gut auskennen, wie wir. Hier hilft es wirklich nur, ruhig zu bleiben und zu versuchen unsere Bedürfnisse zu erklären. Das Gleiche würden wir uns andersherum doch auch wünschen, oder?

Wenn man merkt, dass sich die Servicekraft vielleicht nicht mit dem Thema auskennt, hilft es oft schon, das Gespräch mit dem Koch selbst zu suchen. Schließlich weiß er am besten, wie seine Gerichte zubereitet werden und was darin enthalten ist! Meist findet man gemeinsam eine Lösung: Schließlich möchte ja auch kein Koch, dass man mit schlimmen Bauchschmerzen sein Lokal verlässt.

  1. Nicht zur Rushhour kommen

Gerade zur Rushhour kann es in Restaurants oft ungemütlich werden – das gilt für Gäste genauso wie für die Servicemitarbeiter und die Küche! Natürlich kann das Personal sich da oft nicht so viel Zeit nehmen und auf mögliche Wünsche eingehen, wie es zu ruhigeren Zeiten ist. Geht doch lieber essen, wenn es noch schön entspannt ist und man sich Zeit für euch nehmen kann!

  1. Lieber verzichten, als eine Gefahr einzugehen

Nach allen Nachfragen und Gesprächen habt ihr immer noch ein mulmiges Gefühl? Ganz einfach: Verzichtet lieber auf das Essen oder guckt, ob ihr vielleicht in einem anderen Restaurant fündig werdet. Hier darf einen auch nicht sein schlechtes Gewissen dazu drängen, trotzdem etwas zu essen. Lieber einmal in den sauren Apfel beißen und möglicherweise jemandem auf die Füße treten, anstatt schlimme Bauschmerzen zu riskieren!

 

Habt ihr noch Tipps, was man bei „glutenfreien“ Restaurantbesuchen beachten kann? Verratet es mir gerne in den Kommentaren!

 

 


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Anna

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