Glutenfrei Essen in Peru
Für Foodies ist Lima ein echtes Highlight – die peruanische Metropole gilt nicht ohne Grund als die kulinarische Hauptstadt Südamerikas. Die Küche verbindet indigene Traditionen mit spanischen und asiatischen Einflüssen. Auch die Nähe zum Wasser spiegelt sich in den Speisekarten wider. Vor allem ein Gericht ist in ganz Peru sehr präsent: Ceviche. Wahrscheinlich gibt es hierbei nur zwei Lager: Entweder man liebt es, oder man hasst es! Ich muss gestehen, dass ich mich reinlegen und es jeden Tag essen könnte!
Das peruanische Nationalgericht ist von Natur aus glutenfrei (wenn man einige Dinge berücksichtigt) und wird auch in Lima in unzähligen Variationen serviert – klassisch aus Fisch, aber auch aus Muscheln oder Meeresfrüchten. Ceviche-Restaurants gibt es hier wie Sand am Meer – wie soll man sich da nur entscheiden? Für eine erste Orientierung, stelle ich euch hier meine drei liebsten Cevicherias in Lima vor.

Ceviche Knowhow
Ceviche oder Cebiche?
Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Gericht: rohen, sehr frischen Fisch oder Meeresfrüchte, die in Limettensaft mariniert und mit Zutaten wie Zwiebeln, Chili, Salz und Koriander serviert werden. Aber warum gibt es dann verschiedene Begriffe?
Der Unterschied liegt in der Schreibweise und regionalen Tradition:
- Ceviche ist heute die international am weitesten verbreitete Schreibweise. Sie wird in Kochbüchern und international am häufigsten verwendet.
- Cebiche gilt in Peru – insbesondere in Lima – als die „traditionellere“ oder lokal bevorzugte Schreibweise. Oft wird bewusst der Begriff „Cebiche“ verwendet, um die nationale Identität und Ursprünglichkeit des Gerichts zu betonen.
Ihr seht: Ganz egal, ob Ceviche oder Cebiche – auf dem Teller gibt es keinen Unterschied.

Das gilt es bei Zöliakie zu beachten
Ein traditionelles Ceviche enthält weder Weizen noch andere glutenhaltige Bestandteile. Man sollte jedoch beachten, dass die Teller in Peru unheimlich gerne kunstvoll dekoriert werden. Ganz hoch im Kurs liegen hier frittierte Sachen! Regelmäßig findet man dazu auch Chicharrón auf Speisekarten. Dabei handelt es sich um knusprig Gebratenes bzw. Frittiertes. Chicharrón de Pota ist beispielsweise ist ein peruanisches Gericht aus frittierten, knusprigen Streifen von Kalmar (Pota), die mariniert, paniert (oft mit Mehl und Maisstärke) und goldbraun gebraten/frittiert werden. Also Achtung! Hier und da werden auch gemischte Ceviches angeboten, bei denen von allen etwas auf dem Teller liegt – auch die frittierten Varianten.
Beilagen
Klassisches Ceviche wird meist mit gekochten Süßkartoffelscheiben und gekochten, riesigen Maiskörnern serviert. Aber auch Cancha wird gerne zu Ceviche gereicht oder direkt mit auf den Teller gegeben. Das sind in Öl geröstete Maiskörner, die auch gerne als Vorspeise und Snack gegessen werden. Sehr lecker, aber dennoch sollte bei Zöliakie immer hinterfragt werden, wie sie zubereitet bzw. frittiert/geröstet werden. Aus der Community habe ich den Tipp bekommen, dass diese durchaus kontaminiert sein können. Der Einfachheit halber habe ich sie oft direkt abbestellt, um ein mögliches Risiko zu umgehen.
Zum Thema „Glutenfrei in Peru“ habe ich euch hier schon einmal alles detailliert aufgeschrieben, worauf man insbesondere bei Zöliakie achten sollte.

Leche de Tigre
Traditionelles Ceviche besteht aus rohem, sehr frischem, weißem Fisch, der kurz in Limettensaft mariniert wird. Dazu kommen rote Zwiebeln, Chili, Salz und Koriander. Der Limettensaft „gart“ den Fisch durch die Säure leicht an, ohne ihn tatsächlich zu kochen. Serviert wird klassisches Ceviche meist mit Süßkartoffel (Camote), Mais (Choclo) oder eben geröstetem Mais (Cancha).
Spätestens auf den Speisekarten werdet ihr über „Leche de Tigre“ stolpern. Keine Sorge, mit Tigern hat das Ganze nichts zu tun. Leche de Tigre ist ein aromatischer Sud aus Limettensaft, Fischstückchen, Chili, Knoblauch, Zwiebeln und manchmal Sellerie oder Ingwer – manchmal auch Fischfond. Der Sud, der bei klassischem Ceviche entsteht, schmeckt eher natürlich. „Leche de Tigre“ ist intensiver.
Aber warum heißt sie „Tigermilch“? Der Name bezieht sich auf die milchig-trübe Farbe, die entsteht, wenn Limettensaft mit den Fischproteinen reagiert. In Peru sagt man außerdem, Leche de Tigre gebe Kraft, Energie und Ausdauer – daher der Bezug zum Tiger. Traditionell gilt sie auch als Katermittel und Aphrodisiakum.
Bei einem Ceviche mit extra Leche de Tigre wird dieser Sud intensiver zubereitet und großzügig über den Fisch gegeben oder separat serviert. Tatsächlich steht Leche de Tigre auch regelmäßig als Drink auf den Speisekarten und wird in einem kleinen Glas serviert – manchmal mit Fischstückchen, Mais oder Meeresfrüchten.
Auch wenn Leche de Tigre durch den intensiven Geschmack eine richtige Tiefe in das Gericht bringt, ist ein klassisches Ceviche nach wie vor mein absoluter Favorit. Frischer Fisch mit Zwiebeln, Koriander, ein wenig Chili, Salz und Limettensaft. Einfach, lecker, leicht & wunderbar.
Meine Top 3 Restaurants in Lima
#1 Terminal Pesquero
Terminal Pesquero gibt es gleich mehrere Male in Lima. Ich war in dem hübschen Restaurant zwischen Miraflores und Barranco, schräg gegenüber des Museo de Arte Contemporáneo (MAC). Von außen ist die Cevicheria schon super einladend und modern gestaltet. Obwohl wir so oft daran vorbeigelaufen und -gefahren sind, habe ich das Ceviche hier erst am Tag des Abfluges probiert. Und was soll ich sagen? Es war für mich das Beste in ganz Peru!
Zur Begrüßung wurde ich direkt gefragt, ob ich Allergien habe und auch auf meine „Sonderwünsche“ wurde rücksichtsvoll reagiert. So sind wir die einzelnen Zutaten genau durchgegangen, ich habe darum gebeten, dass keine frittierten Sachen auf meinem Teller landen – und ja, es hat alles geklappt! Dazu hat mein Kellner unheimlich gut Englisch gesprochen und war unheimlich nett. Aber das ist in Peru schon fast selbstverständlich!

Terminal Pesquero: mehrere Standorte in Lima
#2 Señor Limón
Den Tipp für Señor Limón habe ich aus der Community bekommen! Natürlich musste ich hier einen Stopp einplanen. Señor Limón gibt es auch mehrfach in Lima – ich war in dem Restaurant in San Isidro. Ich sage mal so: Hier müsst ihr besonders zur Mittagszeit einiges an Wartezeit einplanen, weil die ganzen Geschäftsleute aus der Umgebung zum Mittagessen hierhin pilgern! Der Laden war rappelvoll, aber für ein gutes Ceviche stellt man sich doch mal gerne an, oder?
Auch hier habe ich mit Hilfe von Google Translate übersetzt, dass ich Zöliakie habe und dementsprechend kein Gluten essen darf. Ich habe frittierte Beilagen abbestellt, aber dazugesagt, dass ich gekochten Mais und Süßkartoffel, die typischen Beilagen, essen kann. Auch hier war man sehr verständnisvoll, wenn auch etwas hektischer durch all die Gäste, die bedient werden wollten.
Geschmacklich war das Ceviche wirklich hervorragend und dazu war die Portion echt gut!

Señor Limón: mehrere Standorte in Lima
#3 La Rosa Náutica – Ceviche mit Aussicht
Das La Rosa Náutica ist wohl eines der bekanntesten Restaurants Limas – spektakulär auf einem Pier über dem Pazifik gelegen. Neben der Küche würde ich auch die Preise als gehoben bezeichnen. Aber die einmalige Aussicht und das Ambiente möchten natürlich mitbezahlt werden! Hier könnte man stundenlang sitzen, die Wellen und die Surfer beobachten. Von Jung bis Alt paddeln hier unzählige Leute den Wellen entgegen und lassen den Tag auf dem Wasser ausklingen.
Auch hier habe ich bei der Bestellung genau erklärt, dass ich glutenfrei essen muss und habe es zur Sicherheit noch einmal per Google Translate übersetzt! Das Ceviche ist sehr fein, die Portion jedoch übersichtlich. Dennoch würde ich hier gerne noch einmal essen – alleine das besondere Ambiente macht den Besuch hier einmalig!



La Rosa Náutica: Espigón Miraflores, Lima 18, Circuito de Playas, Miraflores, Peru
Plant ihr eine Reise nach Peru oder wart selbst schon einmal da? Habt ihr noch weitere Tipps oder Fragen? Berichtet mir gerne in den Kommentaren davon!
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Eure Anna ♥
