Tipps für Cafés & Restaurants

Cusco wird für mich immer so etwas wie mein Sehnsuchtsort bleiben. Die ehemalige Hauptstadt des Inkareichs inmitten der Anden ist eine faszinierende Mischung aus Geschichte, kolonialer Architektur, lebendigen Märkten, herzlichen Menschen und einer bunten Kreativszene. Kopfsteinpflaster, rote Ziegeldächer, steile Treppen und kleine Cafés geben der Stadt ihren ganz eigenen Charme. Wer sich einige Tage Zeit nimmt, kann gemütlich durch die Altstadt und die angrenzenden Stadtteile schlendern, wunderschöne Mitbringsel in den unzähligen Souvenirläden oder auf den Handwerksmärkten kaufen, die Ruinen von Sacsayhuamán erkunden oder einfach auf einer der zahlreichen Dachterrassen mit einem einmaligen Ausblick bei einem Kaffee oder einer Chicha Morada die Seele baumeln lassen.

Der Blick auf die Altstadt von Cusco.
Man sieht den Eingang zu einem Souvenirladen in Cusco, Peru. Es hängen drei Kissenhüllen übereinander.

Ich erinnere mich noch genau an unsere erste Begegnung. Ich muss zugeben, dass ich ganz schön hibbelig war. Eine Mischung aus Vorfreude und einer ordentlichen Portion Aufregung mit immer wiederkehrenden Fragen im Kopf: Wie sieht es mit glutenfreien Gerichten in den Restaurants aus und wie wird mein Körper die Höhe hier in den Anden wohl vertragen?

Anstatt von A nach B zu sprinten, um alles in Windeseile zu entdecken, ist hier eher Schneckentempo angesagt. Cusco ist keine Stadt für einen klassischen Städtetrip, bei dem man die Highlights nach und nach wie am Fließband abklappert. Besonders in den ersten Tagen sollte man es ruhig angehen lassen. Langsame Spaziergänge, bewusste Pausen bei ausreichend Wasser und die ein oder andere Kanne Coca-Tee helfen enorm dabei, dass sich der Körper an die Höhe gewöhnt. Genau deshalb kann ich nur empfehlen, genügend Zeit für Cusco einzuplanen, wenn man anschließend weiter nach Machu Picchu reist. Diese Akklimatisierung lohnt sich nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele – denn Cusco und sein Umland haben unglaublich viel zu bieten. Vor allen Dingen kulinarisch!

Glutenfreie Restaurants & Cafés in Cusco

Wenn man sich durch die Stadt treiben lässt und immer mal wieder einen Blick auf die Speisekarten der unzähligen Restaurants wirft, wird man überrascht sein, wie häufig glutenfreie Optionen ausgewiesen sind. Oft ist das aber leider keine Garantie dafür, dass die Gerichte auch bei Zöliakie sicher glutenfrei sind. Dessen sollte man sich immer bewusst sein! Einen ausführlichen Beitrag zum Thema „Glutenfrei in Peru“ habe ich hier bereits schon geschrieben!

Eine Person steht vor der Ruine in Saksaywaman, Cusco.

Atón (100% glutenfrei)

Das Atón ist für mich ein echtes Highlight – besonders dann, wenn man mit Zöliakie im Gepäck unterwegs ist. Denn: hier ist alles komplett glutenfrei – ohne Ausnahmen! Das Lokal ist unglaublich klein, hat dafür aber seinen ganz besonderen Charme. Es liegt etwas abseits der touristischen Wege in San Blas und wird mit viel Herzblut geführt. Anstatt auf fertige Mehle zu setzen, wird hier alles selbst gemahlen. Dazu kennt man sich super mit den Themen glutenfrei, Zöliakie & Kreuzkontamination aus!

Auf der Karte finden sich herzhafte Gerichte wie Burger, Arepas oder andere Leckereien, bei denen man nicht überlegen muss, ob doch irgendwo Gluten lauern könnte. Man kann hier einfach alles nach Lust & Laune bestellen und genießen. Die Atmosphäre ist locker, persönlich und ungezwungen – perfekt für ein sicheres, entspanntes Essen ohne Kompromisse.

Ein Teller mit einem Hähnchenburger und Pommes. Gehalten wird der Burger von einem Holzspieß.
Die Außenansicht eines Restaurants in Cusco. Es stehen einige terrakottafarbene Blumentöpfe davor und es hängen Kreidetafeln an der Wand.
Ein Teller mit Arepas, Reis und Rührei.

Atón (Instagram): C. Recoleta 705, Cusco 08003, Peru


El Jardín

El Jardín liegt direkt an der Plaza de Armas und ist eine kleine Oase mitten im Trubel der Altstadt. Das vegetarisch-vegane Restaurant bietet eine kreative, frische Küche und eine gemütliche Atmosphäre. Die Gerichte sind leicht, farbenfroh und ideal, wenn man nach den ersten Tagen in der Höhe etwas Bekömmliches sucht.

Auch wenn nicht alle Gerichte glutenfrei sind, gibt es einige Optionen, die auf der Karte ausgezeichnet sind. Auch im Nachhinein bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, ob „Zöliakie“ hier wirklich ein Begriff ist, aber mit Hilfe von Google Translate + Händen & Füßen hat es dann doch mit der Kommunikation funktioniert. Als großer Ceviche-Fan habe ich mich hier für das Ceviche entschieden. Auch wenn man dabei natürlich erst einmal Fisch erwartet, war die vegane Interpretation ein Gedicht! Ein buntes Potpourri aus Gemüse und einer sehr leckeren Soße haben das Ganze zu einem Erlebnis gemacht.

Heißes Ceviche aus Gemüse im El Jardin in Cusco.

El Jardín: Plaza de Armas, Portal de Panes 151, Cusco 08000, Peru


Organika Bakery & Coffee

Das Organika Bakery & Coffee ist einer dieser Orte, in die man eigentlich nur „kurz auf einen Kaffee“ wollte und dann deutlich länger bleibt. Das Café mit angeschlossenem Restaurant ist urgemütlich und liegt nur einen Katzensprung vom Plaza de Armas entfernt.

Neben einer guten Auswahl an Kaffeegetränken und Tees stehen hier auch einige (Frühstücks-)Gerichte auf der Karte. Einige wenige sind davon auch glutenfrei gekennzeichnet. Obwohl glutenfreies Brot auf der Karte stand, habe ich mich lieber für das warme Quinoa-Frühstück entschieden. Ich muss zugeben, dass mir das mit dem hausgemachten Brot und einer möglichen Kontamination zu heikel war – dann lieber auf Nummer sicher gehen!

Der Eingang zu einem Café in Cusco mit einer Hinweistafel.
Eine blaue Schüssel mit einem typischen peruanischen Frühstück: eine Art Porridge/Suppe aus Quinoa mit Gewürzen und Apfel.

Organika Bakery & Coffee (Instagram): Plaza Regocijo 209, Cusco 08002, Peru


Selbstversorgung & Märkte

Für unseren Aufenthalt in Cusco haben wir uns für ein hübsches Appartements mit einer Küche entschieden – nach wie vor bin ich immer noch froh darüber! So konnten wir morgens sorgenfrei in den Tag starten, problemlos Frühstück zubereiten und ggf. auch noch im Laufe des Tages oder abends etwas kochen. Mit Zöliakie finde ich das immer wieder beruhigend, eine solche Option als Joker zu haben. So ist man nicht zwangsläufig auf Restaurants angewiesen und kann sich nach Lust & Laune selbstversorgen.

Wenn ihr mir hier schon länger folgt, wisst ihr, dass ich bunte Märkte liebe. Ganz egal, ob es Lebensmittel- oder Handwerksmärkte sind! Alleine die Farben, Gerüche und neuen Eindrücke machen einen Marktbesuch für mich immer zu etwas ganz Besonderem. Unsere Wohnung war nur wenige Schritte vom lokalen Markt in Wanchaq entfernt – Obst & Gemüse soweit das Auge reicht. Dazu findet ihr hier alle möglichen Lebensmittel, die ihr für das tägliche Leben braucht. Eier (werden hier auch einzeln verkauft), Käse & Co. Für mich war es morgens fast schon wie ein Ritual, vor dem Frühstück eine kleine Runde über den Markt zu schlendern, frisches Obst und andere Leckereien einzukaufen und dann gemütlich in den Tag zu starten!

Ein Murial spiegelt sich in einem Motorrad-Spiegel und zeigt eine indigene Frau.
VW-Käfer in Cusco, Peru auf einer Straße mit Kopfsteinpflaster.

Und sonst so?

Weitere Restaurants & Cafés – NICHT PERSÖNLICH GETESTET!

Während meiner Recherche habe ich auch noch weitere Restaurants ausfindig gemacht, die glutenfreie Optionen auf der Karte haben. Leider habe ich es nicht mehr geschafft, diese Restaurants zu testen. Dementsprechend kann ich nicht sagen, wie es hier mit einer möglichen Kontamination aussieht oder wie das Thema Gluten generell gehandhabt wird.

Einerseits möchte ich euch hier immer nur Restaurants empfehlen, die ich selbst besucht und bei denen ich so ein gutes Gefühl hinsichtlich der Kontamination & Co. habe, dass ich anderen Zöliakie-Betroffenen einen Besuch empfehlen kann. Andererseits kann ich aber auch verstehen, dass ihr euch selbst gerne auf Erkundungstour begeben und neue Restaurants und glutenfreie Spots während eures Urlaubs entdecken möchtet. Zumal die Tipps ja nicht nur für Zöliakie-Betroffene, sondern auch diejenigen interessant ist, die sich aus anderen Gründen glutenfrei ernähren und möglicherweise nicht strikt auf Spuren achten müssen.

Fragt bei einem Besuch bitte ganz genau nach, wie die einzelnen Gerichte zubereitet werden, wie mit den Lebensmitteln umgegangen wird, ob es herumfliegendes Mehl gibt, ob Backwaren in separaten Formen und mit anderem Equipment zubereitet werden, wie das glutenfreie Brot aufgebacken wird und und und! Ihr wisst schon was ich meine, oder?

  • Chia Vegan Restaurant (Instagram): Hier sind verschiedene Gerichte auf der Karte als glutenfrei gekennzeichnet.
  • Soq’a (Instagram): Hier sind verschiedene Gerichte auf der Karte als glutenfrei gekennzeichnet. Vorspeisen, Suppe, Hauptgänge, Salate und Desserts
  • Green Point Vegan Restaurant: Die Allergene sind sehr gut auf der Karte gekennzeichnet!
  • Piedra & Sal: Vom Frühstück bis hin zum Mittagessen und Dinner sind auch hier die glutenfreien Optionen gut gekennzeichnet.
  • Nuna Raymi: Hier gibt es eine abwechslungsreiche peruanische Küche mit vielen glutenfreien Optionen.
  • Vida Vegan: Glutenhaltige Gerichte sind deutlich mit einer Ähre auf der Speisekarte gekennzeichnet.
  • Parada Vegana: Auf der Karte sind einige Gerichte glutenfrei gekennzeichnet. Auch Waffeln stehen hier als „glutenfrei“ auf der Karte. Inwieweit diese für Menschen mit Zöliakie geeignet sind, mag ich nicht beurteilen – fragt hier bitte explizit nach, ob zertifiziertes Mehl und ein separates Waffeleisen genutzt werden!
  • NaturAle: Das NaturAle habe ich über die App „find me gluten free“ gefunden. Leider waren die Bewertungen bei der weiteren Online-Recherche sehr gemischt, so dass ich bewusst auf einen Besuch verzichtet habe. Wart ihr selbst hier und könnt berichten, wie es war?
Die Hauptstraße in Cusco/Peru in der Dämmerung.

Plant ihr eine Reise nach Peru oder wart selbst schon einmal da? Habt ihr noch weitere Tipps oder Fragen? Berichtet mir gerne in den Kommentaren davon!

Folgt ihr mir eigentlich schon auf Instagram und Facebook? Ich freue mich, wenn wir uns auch da vernetzen!

Eure Anna ♥

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