Glutenfallen, mit denen man nicht rechnet
Als ich mich nach meiner Diagnose zum ersten Mal so richtig mit der glutenfreien Ernährung beschäftigt habe, dachte ich: Ganz so schwer kann das doch nicht sein. Brot, Nudeln, Kuchen – klar, die sind ab jetzt tabu. Recht schnell wurde mir dann aber bewusst, dass Gluten nicht nur dort lauert, wo es offensichtlich hingehört. Besonders überrascht haben mich einige Lebensmittel, bei denen ich früher nie im Leben damit gerechnet hätte, dass sie Gluten enthalten können.

Grundsätzlich gilt: Bei jedem verarbeiteten Produkt muss man davon ausgehen, dass es Gluten enthalten kann. Bedeutet: Wirklich jedes Mal die Zutatenliste checken! Es können immer glutenhaltige Zutaten enthalten sein und dazu kann sich auch immer mal die Rezeptur ändern! Trotzdem gibt es Lebensmittel, bei denen ich nie damit gerechnet hätte, dass sie glutenhaltig sein können. Aber auch das lernt man mit der Zeit. Diese Produkte haben mich am meisten überrascht:
Essig
Essig klingt erst einmal völlig unverdächtig. Schließlich wird er oft aus Wein, Äpfeln oder anderen Früchten hergestellt. Doch nicht jeder Essig ist automatisch glutenfrei. Hin und wieder findet man hierbei auch beispielsweise Gerste in der Zutatenliste. Bedeutet: Immer das Etikett checken! Sowohl beim Einkauf als auch im Restaurant!
Tee
Tee besteht doch aus Kräutern oder Blättern – dachte ich zumindest. Reiner Kräuter- oder Früchtetee ist in der Regel auch unproblematisch. Dennoch findet man immer wieder Sorten, die glutenhaltig sind. Das können aromatisierte Tees oder andere Mischungen sein. Eine besonders wilde Entdeckung habe ich auf der letzten Reise nach Peru im Supermakrt gemacht: Weizentee aus ganzen Getreidekörnern!

TK-Gemüse
Tiefkühlgemüse erscheint auf den ersten Blick völlig unproblematisch. Reines, ungewürztes TK-Gemüse ist in der Regel auch glutenfrei. Schwieriger wird es jedoch bei Pfannenmischungen, Wokgemüse oder bereits gewürzten Varianten. Hier können Sojasoße, Mehl oder glutenhaltige Gewürzmischungen enthalten sein.
Sojasoße – der Klassiker unter den Glutenfallen
Sojasoße war eines der ersten Produkte, die mir richtig bewusst gemacht haben, dass Gluten wirklich überall enthalten sein kann – auch wenn man es nicht vermutet. Klassische Sojasoße wird oft mit Weizen fermentiert und ist damit nicht glutenfrei. Zum Glück gibt es mittlerweile viele glutenfreie Alternativen! Manchmal loht es sich auch im Restaurant danach zu fragen – manche Betriebe bieten als Alternative auch extra glutenfreie Soße an!

Maggi & Würzsoßen
Maggi, Würzsoßen und Flüssigwürzen sind aus vielen Küchen nicht wegzudenken. Genau hier steckt jedoch häufig Weizen oder Gerstenmalz drin. Tatsächlich habe ich mir auch angewöhnt immer explizit danach zu fragen, ob Maggi oder eine entsprechende Soße in Suppen oder anderen Gerichten enthalten ist, wenn ich auswärts esse. Vielen ist leider immer noch nicht bewusst, dass auch in diesen Soßen Gluten enthalten ist.
Wenn ihr nicht auf die Art von Würzsoßen verzichten wollt, findet ihr hin und wieder vergleichbare Produkte in Discountern, die glutenfrei sind. Auch das „originale“ Maggi wird in manchen anderen Ländern ohne Gluten produziert. Falls ihr einen polnischen oder osteuropäischen Lebensmittelmarkt in der Nähe habt, könntet ihr fündig werden – überprüft einfach die Zutaten auf dem Etikett!
Räuchertofu – mehr als nur Soja
Tofu an sich ist glutenfrei. Juchu! Doch bei Räuchertofu wird es komplizierter. Räuchertofu wird in der Produktion in Sojasoße eingelegt – regelmäßig ist diese glutenhaltig. Achtet also immer beim Kauf oder im Restaurant darauf und checkt die Zutaten! Ganz ehrlich: Wer rechnet denn bei Tofu mit Gluten?!
Brühe & Brühwürfel
Brühe, egal ob als Pulver oder Würfel, ist aus vielen Küchen nicht wegzudenken. Oft enthalten viele Sorten jedoch glutenhaltige Bestandteile. Brühwürfel sind besonders auf Reisen immer eine Herausforderung, weil sie in vielen Küchen die Basis von herzhaften Gerichten bilden. Wenn ihr mehr zum Thema Brühe erfahren möchtet, habe ich hier schon einmal einen ausführlichen Beitrag dazu geschrieben.

Bonbons
Ja, auch Bonbons können Gluten enthalten! Besonders traurig war ich damals, als ich rausgefunden habe, dass beispielsweise meine heißgeliebten Kinder Em-Eukal glutenhaltig und somit tabu sind. Also: Nicht einfach zugreifen, wenn man Bonbons angeboten bekommt, sondern auch hier immer einen Blick aufs Etikett werfen!
Ihr seht, wie wichtig es ist, bei verarbeiteten Lebensmitteln immer aufmerksam zu sein und genau auf die Zuatetnliste zu achten. Auch oder insbesondere bei Produkten, die auf den ersten Blick völlig unproblematisch erscheinen! Lesen, hinterfragen und im Zweifel nachfragen ist für mich heute selbstverständlich geworden – auch wenn es manchmal ganz schön mühsam sein kann!
In meiner Kategorie „Q&A Zöliakie“ findet ihr noch weitere Beiträge rund um das Thema Zöliakie! Habt ihr weitere Fragen zum glutenfreien Leben? Schreibt mir gerne hier einen Kommentar oder meldet euch über Instagram oder Facebook!
Eure Anna ♥
