Leben mit Zöliakie
Das Leben mit Zöliakie kann eine richtige Herausforderung sein. Besonders dann, wenn es um das Thema Essen geht. Die Diagnose bringt nicht nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung mit sich, sondern verändert auch den Blick auf viele alltägliche Situationen. Essen ist plötzlich nicht mehr nur Genuss oder geselliges Beisammensein, sondern erfordert Planung, Aufmerksamkeit und oft auch Verzicht. Ob beim Einkaufen, im Restaurant oder bei Einladungen – die Erkrankung ist immer präsent und muss mitgedacht werden. Sie ist wie ein Damoklesschwert, das immer munter über einem schwebt. 365 Tage im Jahr.

Ja, diese ständige Wachsamkeit kann echt anstrengend sein. Es gibt Tage, da habe ich einfach keine Lust mehr, ständig alles zu hinterfragen – so oft vermisse ich diese Leichtigkeit. Manchmal wünsche ich mir, Essen wäre wieder unkompliziert. So wie früher, vor der Diagnose. Ohne großes Nachdenken, ohne dieses Gefühl, immer ein bisschen „anders“ zu sein und ohne Sorge haben zu müssen, dass doch etwas schiefgeht.

Und trotzdem ist genau das nur die eine Seite. Denn so sehr mich diese Gedanken manchmal einholen, erzählen sie eben nicht die ganze Geschichte. Mein Leben mit Zöliakie besteht nicht nur aus Verzicht. Es gibt auch diese richtig guten Momente. Die, in denen ich merke: Ich werde gesehen und meine Erkrankung wird ernstgenommen. Oft sind es nur Kleinigkeiten, aber sie machen für mich einen riesigen Unterschied. Sie nehmen ein Stück von dieser ständigen Anspannung und geben mir das Gefühl, dass ich nicht allein damit bin. Und genau diese Momente sind es, die mir zeigen: Es ist nicht alles kompliziert – manchmal ist es einfach richtig schön.
Ich habe die Dinge aufgeschrieben, die mich im Alltag glücklich machen. Das können Dinge wie das Stück glutenfreie Mandeltorte im schwedischen Einrichtungshaus, bestimmte Lebensmittel wie glutenfreies Malzbier oder besondere Gesten oder Überraschungen sein. Für viele Menschen ist das nichts Besonderes. Für mich als Person mit Zöliakie sind sie genau das – es sind Glücksmomente, die ich seit meiner Diagnose ganz anders wahrnehme und wertschätze.

Zöliakie wird immer ein Teil meines Lebens sein. Ich werde weiterhin planen, nachfragen und manchmal auch verzichten müssen. Aber ich habe gelernt, dass zwischen all dem auch ganz viel Gutes liegt. Mehr, als ich am Anfang gedacht hätte. Und ganz ehrlich: Meist sind es doch besonders diese besonderen Momente, die bleiben.
Und ja, vielleicht geht es genau darum: Den Blick nicht nur auf das zu richten, was nicht geht, sondern auf das, was trotzdem möglich ist. Auf die Menschen, die mitdenken. Auf die kleinen Gesten, die so viel bedeuten. Auf die Momente, die zeigen, dass man nicht allein ist. Denn genau diese Dinge machen den Unterschied. Und genau sie sind es, die das Leben mit Zöliakie – trotz allem – auch schön machen können.
Welche Situationen machen euch glücklich? Berichtet gerne in den Kommentaren davon! Ich freue mich darüber!
Folgt ihr mir eigentlich schon auf Instagram und Facebook? Ich freue mich, wenn wir uns auch da vernetzen!
Eure Anna ♥
