Reiskroketten mit schmelzendem Kern
[glutenfrei, laktosefrei möglich]
Ihr habt noch Risotto-Reste, die ihr gerne verarbeiten würdet oder einfach nur Appetit auf knusprige Reiskroketten mit einem Kern aus schmelzendem Mozzarella? Wie wäre es mit selbstgemachten Supplì? Passend zur Bärlauch-Zeit gibt es heute herzhafte Bärlauch-Supplì! Unschlagbar gut und einfacher gemacht, als man denkt!

Bärlauch-Zeit = Frühling
Es gibt diese eine Zeit im Jahr, auf die ich mich jedes Mal ganz besonders freue: die Bärlauch-Zeit. Für mich ist das der inoffizielle Start in den Frühling. Und genau dann beginnt auch die Phase, in der ich versuche, so viele Bärlauch-Gerichte wie möglich in meine Küche zu bringen. Und ja, in diesem Jahr bin ich ganz schön spät dran! Die Bärlauch-Pflänzchen bekommen langsam schon ihre ersten Blüten – also allerhöchste Eisenbahn, die Saison noch einmal richtig auszukosten!
Supplì = knusprige Reiskroketten mit schmelzendem Kern
Supplì vereinen für mich alles, was gutes Essen (für mich) ausmacht: außen knusprig, innen cremig, mit einem wunderbar schmelzenden Kern. Und ja, ich muss zugeben, dass ich frittierte Sachen einfach liebe! Eine Mischung als ganz persönlichem Comfort-Food und meiner guilty pleasure. Das Schöne an Supplì ist aber nicht nur ihr Geschmack, sondern auch ihre Vielseitigkeit. Ich liebe es, sie aus übrig gebliebenem Risotto zuzubereiten. Gerade wenn man am Vortag etwas zu großzügig gekocht hat, kann man daraus wunderbar die kleinen frittierten Leckerbissen machen. Wichtig ist nur, dass die Masse schön fest ist – dann lassen sich die Supplì wunderbar formen und behalten beim Frittieren ihre Form.
Vor einiger Zeit habe ich hier schon einmal (m)ein Rezept für Supplì aus Tomatenrisotto vorgestellt. Das war für mich selbst der Startschuss, Risotto-Reste nicht mehr einfach nur aufzuwärmen, sondern kreativ weiterzuverarbeiten. Und ja, seitdem sehe ich übrig gebliebenes Risotto ehrlich gesagt mit ganz anderen Augen – nicht „nur“ als Rest, den man am nächsten Tag noch einmal aufwärmen kann, sondern als Basis für ein neues, unschlagbar leckeres Gericht.
Was ich außerdem an Supplì liebe: Sie sind unkompliziert und irgendwie herrlich unperfekt. Man muss nicht grammgenau arbeiten, sondern kann einfach ein bisschen nach Gefühl formen. Ein Stück Mozzarella in die Mitte, die typische länglich-ovale Form rollen, panieren – und schon sind sie bereit fürs heiße Öl.


Wer hat’s erfunden?
Apropos Klassiker: Supplì gehören zu den bekanntesten Streetfood-Spezialitäten aus Rom. Der Name soll sich vom französischen „surprise“ ableiten – und das passt ziemlich gut. Denn die eigentliche Überraschung wartet im Inneren: ein weicher Mozzarella-Kern, der beim Frittieren schmilzt und beim Auseinanderbrechen diese typischen Käsefäden zieht. Daher kennt man sie auch als „Supplì al telefono“, weil die Fäden an alte Telefonkabel erinnern.
Für mich sind diese Bärlauch-Supplì die perfekte Möglichkeit, die Saison nochmal richtig auszukosten! Also: Beim nächsten Risotto ruhig ein bisschen mehr kochen. Ihr wisst ja jetzt, was ihr am nächsten Tag daraus machen könnt. 😊

Bärlauch-Supplì
Zutaten
Risotto
- 150 g Risotto-Reis
- 1 Schalotte
- 2 Zehen Knoblauch
- etw. Olivenöl
- ca. 600 ml Gemüsebrühe (glutenfrei)
- 50 g frischer Bärlauch
- 35 g Butter (evtl. laktosefrei)
- 30-50 g Parmesan (nach Bedarf auch mehr)
- etw. Salz & Pfeffer
Für die Panade
- 2 Eier (Gr. M)
- glutenfreies Universalmehl
- glutenfreie Semmelbrösel
- Öl (zum Frittieren)
Anleitungen
- Die kleine Schalotte in feine Würfel schneiden und mit etwas Olivenöl in einem Topf andünsten. Die Knoblauchzehen pressen und dazugeben. Sobald die Zwiebel und der Knoblauch glasig sind, den Reis bei mittlerer Hitze mit anschwitzen. Mit etwas heißer Gemüsebrühe ablöschen. So viel Flüssigkeit hinzufügen, bis der Reis bedeckt ist und das Ganze auf kleiner/mittlerer Stufe garen lassen. Nach Bedarf immer wieder heiße Flüssigkeit nachgießen und den Reis rühren, damit er sich nicht am Boden festsetzt.
- Währenddessen den Bärlauch reinigen und in ein hohes Gefäß geben. Etwas der Gemüsebrühe hinzugeben und mit Hilfe eines Pürierstabes fein pürieren. Die Bärlauch-Flüssigkeit zum Reis hinzugeben, gut unterrühren und das Ganze weitergaren lassen, bis der Reis gar ist und die Flüssigkeit aufgesaugt hat.
- Ein großzügiges Stück Butter und Parmesan hinzugeben. Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken und noch einmal gut unterheben.
- Die Reismasse in einer großen Auflaufform oder auf einem (Back-)Blech verteilen und glattstreichen. Das Ganze für mindestens 2-3 Stunden im Kühlschrank abkühlen und fest werden lassen.
- Den Mozzarella in kleine Würfel schneiden. Sobald der Reis gut gekühlt und fest ist, werden mit einem Löffel oder einem Eisportionierer gleichgroße Portionen à ca. 60 g abgeteilt. Diese nun nach und nach in die Hand legen und eine kleine Mulde hineindrücken. Jeweils einen Mozzarellawürfel in die Mitte legen und den Reis mit den Händen in die klassische Supplì-Form (länglich-oval) formen. So lange wiederholen, bis der gesamte Reis aufgebraucht ist.
- Die Eier in einer Schüssel aufschlagen. Jeweils einen Supplì zunächst in Mehl, dann in der Eimasse und dann im Paniermehl wenden, sodass er gut bedeckt ist.
- Reichlich Frittieröl auf ca. 170°C in einem Topf erhitzen. Nach und nach die Supplì frittieren, bis sie goldbraun sind. Mit einem Schaumlöffel oder einer Gabel aus dem Fett nehmen und sie auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Noch heiß genießen, solange der Käse im Inneren noch schön geschmolzen ist und sich wie Telefonschnüre ziehen lässt.

Habt ihr das Rezept für die knusprigen Supplì schon getestet oder habt sie schon einmal auf Reisen probiert? Berichtet mir gerne in den Kommentaren davon!
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Eure Anna ♥
