(M)ein persönlicher Rückblick

10 Jahre glutenfreiumdiewelt. Ein Satz, der sich für mich unglaublich surreal anfühlt. 10 Jahre!

Mit meinem „Liebesbrief an Chiang Mai“ fing am 16. November 2015 alles an. Wochenlang habe ich mich vorher in das Thema „Blog“ reingefuchst. Tag und Nacht, bis die Augen entweder zugefallen sind, oder so gebrannt haben, dass ich den Laptop zuklappen musste. Alles Neuland, alles ein großes Rätsel, das es zu lösen galt. Wo fängt man an, was muss man alles beachten? Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Schritt für Schritt. Ich kann euch sagen: Es wurde geflucht, gejubelt, geweint und gebangt. Aber irgendwann war er da, der Moment, in dem ich das erste Mal auf „Veröffentlichen“ geklickt habe. Mittlerweile habe ich das Ganze 682 weitere Male gemacht. Was für eine Zahl! Und wisst ihr was? Noch heute ist das ein ganz besonderes Gefühl, wenn ein neuer Beitrag online geht!

Glutenfreie Online-Recherche

Als ich damals meinen ersten Beitrag mit klopfendem Herzen veröffentlicht habe, hätte ich niemals gedacht, wohin mich diese Reise einmal führen wird. Im wahrsten Sinne des Wortes. Einen richtigen Plan hatte ich tatsächlich nicht – ich wollte einfach einen coolen Blog auf die Beine stellen. Lange Zeit habe ich vor meinen Reisen immer nach Blogs und Berichten gesucht, in denen die Leute genau das tun, was ich jetzt mache: Von ihren Erlebnissen auf Reisen berichten und gleichzeitig Tipps geben, wie man sich in den entsprechenden Ländern oder Städten als Zöliakie-Betroffener über Wasser hält. Was gibt es an landestypischen Gerichten, die ich ohne Probleme essen kann? Wobei muss ich aufpassen? Gibt es tolle Restaurants, spezielle glutenfreie Bäckereien oder zumindest glutenfreie Lebensmittel im Supermarkt?

Auch wenn ich damals noch nicht so richtig wusste, wie das Ganze einmal aussehen soll, bin ich heute froh, dass ich dieses damals kleine, heute große Herzensprojekt auf die Beine gestellt habe. „Einfach mal machen“ war damals wohl die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Ich hatte weder große Ziele, noch habe ich davon geträumt, dass ich zehn Jahre später hier stehen würde – mit einer wunderbaren Community und großartigen Kooperationspartnern an meiner Seite, die ich damals nur aus den Supermarktregalen kannte. Zwischendurch muss ich mich immer mal wieder kneifen, um all das zu realisieren. Auch wenn ich das selten sage, muss ich zugeben, dass mich das richtig selig macht!

Ein stück Marmorkuchen, gehalten von 2 Händen, mit einer rosafarbenen Geburtstagskerze, die brennt.

Es war einmal…

Mein Vorbild war damals der Reiseblog einer lieben Freundin. Ich habe es geliebt, mich von ihren Texten und Bildern verzaubern zu lassen und immer wieder in ihre Reisegeschichten abzutauchen. Caro, shavethewhales war damals meine Inspiration und mein großes Vorbild. Das wollte ich auch. Nicht 1:1 genauso, sondern mit meinem eigenen Schwerpunkt. Ich wollte einerseits von meinen Reisen berichten, andererseits meine glutenfreien Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen und eine Anlaufstelle sein, die ich selbst immer gebraucht hätte. Vor allen Dingen wollte ich anderen Betroffenen Mut geben, trotz der Zöliakie die Welt zu erkunden. Nach wie vor bin ich der Ansicht, dass ich mich von der Erkrankung nicht davon abhalten lasse, die Welt zu erkunden – dafür ist sie viel zu schön! Natürlich ist es nicht mehr so einfach wie vor der Diagnose, dennoch sehe ich die Erkrankung eher als Herausforderung und nicht als Hindernis! Und genau diesen Vibe möchte ich euch mit auf den Weg geben.

Ein Blick in ein Restaurant auf einen eingedeckten Tisch mit weißen Servierten und Gläsern.

Entwicklung

Im Laufe der Zeit ist der Blog gewachsen. Für mich fühlt es sich ein wenig so an, als wenn man seinem Baby beim Wachsen zusieht. Er hat sich entwickelt, hat im Laufe der Zeit einen neuen Look bekommen, sich weiterentwickelt und ist in seinem Schwerpunkt und seiner Ausrichtung definierter geworden. Anstatt den Fokus nur auf das Thema Reisen zu legen, sind auch Alltagsthemen hinzugekommen. So teile ich heute auch regelmäßig meine liebsten Rezepte mit euch und habe es zu einer Herzensaufgabe gemacht, über Zöliakie aufzuklären und so der glutenfreien Community eine Stimme zu geben. Denn eins steht fest: Auch 2025 ist bei der Aufklärung rund um das Thema Zöliakie in unserer Gesellschaft noch viel Luft nach oben!

Persönliches Wachstum

Aber nicht nur mein Blog ist gewachsen. Auch ich bin es in den letzten 10 Jahren. Insbesondere durch die Arbeit an meinem Blog und durch den Austausch mit anderen Betroffenen, habe ich gelernt zu meiner Erkrankung zu stehen. Ich habe gelernt, nein zu sagen und für meine Bedürfnisse und meine Gesundheit einzustehen. Ihr glaubt gar nicht, wie schwer mir das früher gefallen ist. Ich wollte nie diejenige sein, die Umstände macht und eine Extrawurst braucht. Tatsächlich ist auch heute noch jeder Blogbeitrag, den ich zum Thema Zöliakie veröffentliche, so etwas wie eine Reflexionsrunde mit mir selbst. Dadurch, dass ich mich mit bestimmten Themen auseinandersetze, sie gründlich recherchiere und für euch aufschreibe, lerne auch ich immer noch einiges dazu. Und genau das macht das Ganze so spannend.

Und ja, auch mein Stil hat sich verändert. Wenn ich mir heute Blogbeiträge von „damals“ ansehe, juckt es mir manchmal in den Fingern, alles noch einmal zu überarbeiten. Meine Fotosprache ist eine andere geworden und auch mein Schreibstil ist heute ein anderer, als er vor 10 Jahren war. Aber wahrscheinlich gehört auch das zum Wachstum dazu und macht einen persönlichen Blog aus!

Portrait am Strand

Community-Liebe

Je mehr ich schreibe, teile und mich mit euch austausche, merke ich: Ich bin nicht allein. Da draußen gibt es so viele Menschen mit Zöliakie, die dieselben Fragen, Sorgen und Wünsche haben wie ich. Uns beschäftigen oft dieselben Alltagsprobleme, Herausforderungen, negativen Erlebnisse, aber auch die glücklichen Momente. Es tut so gut, sich auszutauschen, sich gemeinsam aufzuregen, aber genauso, sich zu freuen. Sei es über ein neu entdecktes glutenfreies Lokal oder ein Neuprodukt auf dem Markt. Das sind Momente, die oft nur in unserer kleinen glutenfreien Bubble verstanden werden – und genau das macht unsere Gemeinschaft so besonders. Dieses Gefühl, blind verstanden zu werden und so oft gleich zu ticken! Ja, das bedeutet Community-Liebe für mich!

Mein Herz hüpft, dass glutenfreiumdiewelt für viele Betroffene inzwischen eine Anlaufstelle geworden ist – sei es in den Sozialen Medien oder eben hier auf dem Blog. Ein Ort, an dem nicht nur Tipps geteilt werden, sondern man sich gesehen fühlt. Ein Ort, an dem Austausch möglich ist, an dem Gemeinschaft entsteht – und an dem echte Herzensmenschen zusammenfinden. Die Community, die sich im Laufe der Jahre gebildet hat, möchte ich nie wieder missen. Auch wenn es kitschig klingen mag: Ohne euch und den tollen Austausch wäre das alles nicht das, was es heute ist.

Kisses

Was mich glücklich macht? Wenn ich Feedback lese, dass Menschen dank meiner Beiträge unbeschwerter reisen können, dass sie Hoffnung schöpfen, dass sie sich verstanden fühlen und ihren Weg mit der Zöliakie ein kleines Bisschen leichter gehen können. Wenn mir jemand von euch schreibt, dass ich ihm Mut gemacht oder den Einstieg ins glutenfreie Leben leichter gemacht habe, hüpft mein Herz jedes Mal aufs Neue. Genau das sind die Momente, für die ich Woche für Woche, Stunde für Stunde an meinem Herzensprojekt sitze, neue Themen suche, Rezepte ausprobiere und unterwegs immer auf der Suche nach glutenfreien Spots bin.

Und natürlich bin ich auch stolz auf die Kooperationspartner, die heute an meiner Seite stehen – Marken, die die Anna vor 10 Jahren nur aus den Supermarkt- bzw. Reformhausregalen kannte. Wenn ich heute zurückblicke, hätte ich es damals schlichtweg für unmöglich gehalten, dass ich eines Tages mit den größten glutenfreien Lebensmittelproduzenten zusammenarbeiten darf. Ich habe tatsächlich nie darüber nachgedacht, weil es mir so weit weg erschien. Das, was früher reine Markennamen für mich waren, sind heute Partner auf Augenhöhe. Echte Herzensmenschen, mit denen ich meine Visionen teilen und meine kreativen Ideen umsetzen darf.

Eine Torte aus Pancakes mit einer Mascarpone-Creme und einem Holzstecker mit "Danke".

Danke

Diese zehn Jahre haben mich geprägt. Sie haben mich mutiger gemacht, offener, geduldiger und kreativer. Sie haben mich lernen lassen, dass Veränderung nicht bedrohlich ist, sondern der Anfang von etwas Neuem sein kann. Und dass man manchmal einfach loslaufen muss, ohne zu wissen, wohin der Weg führt.

Heute schaue ich auf dieses Jahrzehnt zurück und fühle unheimlich viel Dankbarkeit. Für die Menschen, die ich kennenlernen durfte. Für die Freundschaften, die entstanden sind. Für jede Nachricht, jeden Kommentar, jedes „Danke“, das mich erreicht hat. Für all die kleinen und großen Momente, die dieses Herzensprojekt zu dem gemacht haben, was es ist.

10 Jahre glutenfreiumdiewelt. 10 Jahre voller Geschichten, Begegnungen, Wachstum und glutenfreier Abenteuer. Ich hätte nie gedacht, dass dieser kleine Blog einmal so viel bedeuten würde – für andere und für mich selbst. Und ich freue mich auf alles, was noch kommt. Auf neue Orte, neue Erfahrungen, neue Menschen und noch mehr Austausch mit euch.

Auf die nächsten 10 Jahre – und auf alles, was wir gemeinsam noch erleben.

Eure Anna ♥

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