Karelische Piroggen mit Reisfüllung, Finnland
[glutenfrei, laktosefrei möglich]
Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als Urlaubserinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Nicht unbedingt als Souvenir fürs Regal, sondern in Form von Fotos auf der Speicherkarte oder als Rezepte, die man zuhause nachkochen oder nachbacken kann. Manche Gerichte schaffen es einfach auch nach langer Zeit noch, einen wieder genau dorthin zurückzubringen, wo man sie das erste Mal probiert hat. Ein bestimmter Geruch, ein bestimmter Geschmack – und plötzlich ist alles wieder da. Genauso geht es mir mit Riisipiirakka.

Ein Stück Finnland
Riisipiirakka ist die finnische Version von Piroggen. Sie werden traditionell aus einem dünnen Roggenteig gefertigt und mit einem herzhaften Milchreis gefüllt. Das Besondere an ihren ist nicht nur der einmalige Geschmack, sondern vor allem auch die Optik! Die Ränder werden charakteristisch gefaltet – so sieht jede Pirogge wie ein kleines Kunstwerk aus! Auch wenn sie nach dem Originalrezept glutenhaltig sind, gibt es in Finnland auch verschiedenste glutenfreie Varianten. Man findet sie in fast jedem Supermarkt sowohl in der TK-Abteilung als auch in der normalen Kühlung. Paradiesisch!
In Finnland werden Riisipiirakka übrigens eher als Snack oder kleine Mahlzeit gegessen und nicht als klassisches Hauptgericht. Besonders typisch ist die Kombination mit Eibutter – einer Mischung aus hartgekochtem, gehacktem Ei und weicher Butter. Klingt ungewöhnlich? Ist es auch. Aber dafür ganz schön lecker!

Woher kommen Riisipiirakka eigentlich?
Riisipiirakka bzw. Karjalanpiirakka, auf Deutsch karelische Piroggen haben ihren Ursprung in Karelien, einer Region, die sich heute über Teile von Finnland und Russland erstreckt. Besonders im finnischen Teil haben diese kleinen Piroggen eine lange Tradition und gehören dort zur Alltagsküche.
Während sie heute meist mit Reis (riisi) gefüllt werden, hat sich die Füllung sich im Laufe der Zeit verändert. Ursprünglich waren die Piroggen deutlich einfacher und oft mit Gerste oder Graupen gefüllt – also mit dem, was gerade da war. Mit der Zeit kamen dann Varianten mit Kartoffeln, Buchweizen und eben Reis dazu, die sich offensichtlich durchgesetzt hat! Natürlich gibt es auch heute immer mal wieder Abwandlungen, beispielsweise mit Kartoffeln oder Mischungen aus Reis und Gemüse als Füllung.


Ich muss zugeben, dass es sich anfangs irgendwie befremdlich angefühlt hat, einen herzhaften Milchreis für die Füllung zu kochen – wo ich doch sonst ein riesiger Milchreisfan in der süßen Variante bin! Aber für die Riisipiirakka ist der herzhafte Milchreis goldrichtig und schmeckt hervorragend!
Das Formen der Piroggen braucht ein bisschen Übung, Zeit und Geduld, aber den Dreh hat man schnell raus! Ich habe mir vor meinem ersten Versuch auch ein paar YouTube-Videos angeschaut – einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen. Und ja, die ersten sahen bei mir definitiv nicht perfekt aus. Aber das gehört doch irgendwie dazu, oder?

Riisipiirakka
Zutaten
Milchreis
- 150 g Milchreis
- 500-600 ml Milch (evtl. laktosefrei)
- 200 ml Wasser
- ½ TL Salz
- 25 g Butter (evtl. laktosefrei)
- 1 Ei (Gr. M)
Teig
- 200 g Reisvollkornmehl
- 200 g Hafermehl
- 100 g Speisestärke (hier: Kartoffelstärke)
- 1 TL Salz
- 2 gestr. TL gemahlene Flohsamenschalen
- 1 TL Öl (hier: Olivenöl)
- Wasser (nach Bedarf)
Sonstige (optional)
- 100 ml Milch (evtl. laktosefrei)
- 75 ml Butter (evtl. laktosefrei)
Ei-Butter
- 4 Eier (Gr. M)
- 100 g Butter (weich) (evtl. laktosefrei)
- Salz
- Dill oder Petersilie
Anleitungen
Milchreis-Füllung
- Zunächst den Reis in einer Schüssel mit kaltem Wasser waschen, bis die Flüssigkeit klar ist.
- Das Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Den Reis hinzufügen und die Hitze etwas reduzieren. Solange köcheln, bis das ganze Wasser aufgesogen ist.
- Dann die Milch hinzufügen und bei niedriger Temperatur für ca. 40-45 Minuten köcheln lassen, bis der Reis die Milch aufgesogen hat. Gelegentlich umrühren, damit der Reis nicht anbrennt. Tipp: Die Milch kann auch nach und nach wie beim Risottokochen hinzugegeben werden. So kann die individuell benötigte Menge noch etwas besser dosiert werden.
- Zum Schluss Salz und Butter hinzufügen und gut vermengen. Reis zum Abkühlen in eine andere Form geben. Wenn der Milchreis komplett abgekühlt ist, das Ei unterrühren. Diesen Schritt kann man auch schon gerne am Vortag ausführen.
Teig
- Die trockenen Zutaten und das Öl in einer Schüssel mischen. Etwas Wasser (nach Gefühl) hinzugeben und das Ganze zu einem glatten festen Teig kneten. Der Teig sollte nicht klebrig, aber auch nicht bröselig sein.
- Den Teig zu einer Rolle mit etwa 4-5 cm Durchmesser rollen und anschließend in 20 gleich große Scheiben schneiden. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche die Stücke jeweils dünn und zu ovalen Teigkreisen ausrollen.
- Auf jedes ausgerollte Teigstück 1-1½ Esslöffel der Milchreisfüllung in die Mitte geben und etwas glattstreichen und verteilen. Die Ränder sollten frei bleiben.
- Die langen Seiten zur Mitte einschlagen und den Rand falten. Dazu den Teig mittig mit beiden Händen zwischen Daumen und Zeigefinger zusammendrücken – erst nach unten, dann nach oben. Tipp: Online findet man viele "How-to"-Videos dazu!
- Den Backofen auf 200°C bei Unter-/Oberhitze vorheizen. Die Piroggen auf zwei mit Backpapier belegten Backblechen verteilen und nacheinander auf der mittleren Schiene für ca. 15-20 Minuten backen. Tipp: Sollte der Milchreis noch keine Farbe angenommen haben, kann man die Grillfunktion des Backofens für ein bis zwei Minuten dazuschalten!
Optional
- Währenddessen die Milch (100ml) in einem kleinen Topf erhitzen und die Butter (75g) darin schmelzen.
- Sobald die Piroggen fertig gebacken sind, aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten abkühlen lassen. Dann mit der Butter-Milch-Mischung bestreichen (die Ränder und die Füllung).
Eibutter
- Die Eier in einem Topf hart kochen (9-10 Minuten). Nach dem Kochen schälen und klein hacken.
- Mit der weichen Butter vermengen und mit Salz abschmecken. Auf den Piroggen verteilen und z.B. mit kleingehacktem Dill oder Petersilie nach Belieben bestreuen.

Habt ihr das Rezept für die finnischen Riisipiirakka getestet oder habt sie schon einmal in Finnland probiert? Habt ihr noch Fragen zum Rezept? Stellt sie gerne in den Kommentaren oder berichtet von euren Reiseerlebnissen! Ich freue mich darüber!
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Eure Anna ♥
