Wissenswertes bei Zöliakie
Besonders kurz nach der Diagnose steht man oft bei einzelnen Lebensmitteln auf dem Schlauch. Ist das nun glutenfrei oder nicht? Kann ich es trotz Zöliakie mit gutem Gewissen verzehren? Muss ich noch etwas dabei beachten? Wie wird es produziert und kann es dabei zu einer Kreuzkontamination kommen? Fragen über Fragen, die einem durch den Kopf gehen.

Auch Couscous scheint in der vergangenen Zeit eine Art Trendlebensmittel geworden zu sein. Couscoussalate und Bowls mit einer guten Portion Couscous. Aber was ist das überhaupt und woher stammt er? Und die Frage aller Fragen: Ist Couscous glutenfrei?
Herkunft
Couscous (auch Cous Cous geschrieben) stammt aus der nordafrikanischen Küche und hat dort als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert. Was bei uns die Kartoffeln sind, ist besonders in der marokkanischen Küche der Couscous – hier wird er oft mit Tajine, einem landestypischen Schmorgericht, oder aber auch Tabbouleh gegessen.
Was ist Couscous?
Aber was ist Couscous eigentlich? Couscous besteht aus zerriebenem Grieß aus Hartweizen, Gerste oder in seltenen Fällen aus Hirse. Dementsprechend ist das Lebensmittel fast ausnahmslos glutenhaltig und für Menschen mit Zöliakie oder einer Glutensensitivität tabu. Für die Herstellung wird das entsprechende Getreide zunächst zu Grieß vermahlen, dann befeuchtet und zu Kügelchen zerrieben. Anschließend wird das Ganze über Wasserdampf schonend aufgeschlossen und danach getrocknet.
Couscous ist nicht glutenfrei!
Anders als z.B. Bulgur wird Couscous zum Garen nicht gekocht, sondern dampfgegart. Und hier schrillen bei mir als Zöliakie-Betroffene direkt die Alarmglocken. Oftmals wird zum Garen nicht notwendigerweise ein separater Topf mit reinem Wasser zum Dämpfen aufgesetzt, sondern der Dampfeinsatz mit dem Couscous einfach auf einen beliebigen Topf auf dem Herd gesetzt, um den Dampf zu nutzen, der eh beim Kochen entsteht. Eigentlich eine tolle Idee, jedoch können durch den durchlässigen Dampfaufsatz immer Spuren und somit Gluten in das Essen gelangen, das in den Töpfen darunter gekocht wird. Bedeutet: Augen auf! So kann es immer dazu kommen, dass die Gerichte, die an sich möglicherweise sogar glutenfrei wären doch kontaminiert werden.

Gibt es glutenfreien Couscous?
Ich bin immer wieder erstaunt und dankbar, welch tolle Auswahl es heutzutage an glutenfreien Produkten gibt. So findet man auch glutenfreien Couscous. Anders als das klassische Produkt wird die glutenfreie Variante aus Mais oder Reis hergestellt. Dabei sollte jedoch explizit auf die Bezeichnung „glutenfrei“ oder das Symbol der durchgestrichenen Ähre geachtet werden. Durch die Verarbeitung kann es sonst zu einer möglichen Kontamination kommen – selbst dann, wenn die Rohstoffe an sich von Natur aus glutenfrei sind. Mehr zu den Themen Reis und Mais in der glutenfreien Ernährung habe ich bereits in vorherigen Beiträgen geschrieben.
Also: Couscous sollte von Menschen mit Zöliakie nur dann verzehrt werden, wenn dieser sicher glutenfrei ist!
In meiner Kategorie „Q&A Zöliakie“ findet ihr noch weitere Beiträge rund um das Thema Zöliakie! Was passiert, wenn man bei Zöliakie Gluten isst? Ist Dinkel glutenfrei? Was bedeutet ppm? Worauf muss ich beim Einkaufen achten? Wie lese ich Zutatenlisten richtig und was gilt es zu beachten, wenn ich glutenfreien Besuch bekomme?
Habt ihr schon einmal glutenfreien Couscous gegessen? Welches Gericht habt ihr damit zubereitet? Schreibt mir gerne hier einen Kommentar oder meldet euch über Instagram oder Facebook!
Eure Anna ♥