Allgemeines zum Thema Zöliakie & glutenfrei leben
Ist Reis glutenfrei? Die Frage beschäftigt euch offenbar mehr, als ich es vermutet hätte. Zumindest spricht die Anzahl an Suchanfragen zu diesem Thema für sich! 😊 Also geht es heute um Reis in der glutenfreien Ernährung. Ist Reis generell glutenfrei und worauf muss ich möglicherweise achten, wenn ich Zöliakie habe? Wie verhält es sich mit Produkten, die aus Reis bestehen? Kann ich diese bedenkenlos essen?
Über Reis allgemein
Als Reis werden die Getreidekörner der Pflanzenarten Oryza sativa und Oryza glaberrima bezeichnet.1 Jetzt wissen wir auch schon einmal, woher der Name der bekannten Reis-Marke stammt! 😊 Botanisch sind sie der Familie der Süßgräser zuzuordnen. Anders, als Pseudogetreide wie Amaranth oder Quinoa gehört Reis an sich zu den „echten“ Getreidesorten wie auch Weizen, Gerste, Hafer & Co. Aber im Gegensatz zu den bekannten glutenhaltigen Getreidesorten, ist Reis eine tolle Alternative in der glutenfreien Ernährung.
Immer wieder stehen Reis und Produkte aus Reis in der Kritik arsenhaltig und somit gesundheitsschädlich zu sein. Das Thema würde hier leider den Rahmen sprengen, so dass ich dazu einen separaten Beitrag geschrieben habe.
Purer Reis = glutenfrei?
Ich muss zugeben, dass ich ein absoluter Reisfan bin. Egal, ob es ein süßer Kokos-Milchreis oder jegliche andere Sorte Reis ist. Für mich geht Reis einfach immer – beim Kochen erwische ich mich auch jedes Mal dabei, dass ich ihn einfach roh (aber natürlich gekocht) in mich hineinschaufle! Für diejenigen, die befürchten ihn aufgrund der Zöliakie nicht mehr essen zu dürfen, können hiermit aufatmen: Reis ist glutenfrei. Dabei ist es egal, ob es sich um Wildreis, Jasmin- oder Basmatireis, schwarzen oder braunen oder ganz handelsüblichen Parboiled Reis handelt – weltweit gibt es ca. 100.000 verschiedene Sorten!2

Lasst euch nicht von Begriffen verwirren
Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere sich bei dem Begriff glutinous rice schon fragen könnte, ob der Name möglicherweise doch auf Gluten hinweist (das habe ich am Anfang nach meiner Diagnose zumindest getan! 😊 ). Aber keine Sorge – hiermit ist nur Klebereis gemeint, der insbesondere in der südostasiatischen Küche verwendet wird. Sticky Rice habt ihr doch bestimmt schon einmal gehört, oder? 😊
Um zu erklären, warum Klebreis mehr klebt als andere Sorten, muss ich ein bisschen weiter ausholen: In einigen Reissorten sind bis zu 75 % Stärke enthalten.3 Stärke besteht zu ca. 20 bis 30% aus Amylose und zu 70 – 80% aus Amylopektin.4 Dieses Polysaccharid Amylopektin hat eine recht klebrige Eigenschaft – wenn ihr nun 1 & 1 zusammenzählt, wisst ihr, warum Klebreis seine klebrige Eigenschaft hat. Richtig, Klebreis weist einen höheren Anteil von Amylopektin auf, wodurch er klebriger als andere Reissorten ist.

Verarbeitete Produkte
Wie immer bei der strikt glutenfreien Ernährung, muss bei Lebensmitteln natürlich dann aufgehorcht werden, wenn diese verarbeitet wurden. Reismehl, Reisflocken, Reiscracker, Reisnudeln oder Reispapier – hier sollten bei Zöliakie nur solche Produkte konsumiert werden, die sicher glutenfrei sind, also durch das Zeichen der durchgestrichenen Ähre oder die Aufschrift „glutenfrei“ gekennzeichnet sind.
Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft sieht zwar kein erhöhtes Risiko der Kontamination bei der Verarbeitung (mahlen, schroten, flocken etc.) von Reis. „Bei Getreide, Getreideprodukten sowie Pseudogetreide, die nicht speziell für Menschen mit Zöliakie/ Glutenunverträglichkeit hergestellt werden, können durch Feldeintrag, durch die Verarbeitung (Mahlen/ Schroten/ Flocken) in herkömmlichen Mühlen sowie bei der Verpackung, Lagerung und Transport Kontaminationsrisiken bestehen.“5. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte (wozu ich immer raten würde), sollte bei verarbeiteten Reisprodukten also wie oben erwähnt auf sichere glutenfreie Produkte setzen oder sich beim Hersteller über eine mögliche Kontamination in der Produktion informieren.
Auch bei Reisessig solltet ihr immer ein wachsames Auge haben! Obwohl man bei dem Begriff „Reisessig“ nicht unbedingt darauf kommt, dass er glutenhaltig sein könnte, ist das öfter der Fall als man meinen mag. In der asiatischen Küche wird dieser besonders bei der Sushi-Herstellung verwendet – dabei solltet ihr euch immer informieren, ob glutenfreier Essig verwendet wird. Mehr zu Sushi habe ich euch in meinem Beitrag „Ist Sushi glutenfrei?“ schon aufgeschrieben!
Genauso wenig dürft ihr euch von den griechischen Reisnudeln, den sogenannten Kritharaki, hinters Licht führen lassen. Diese werden nämlich aus Hartweizengrieß hergestellt und sind somit tatsächlich glutenhaltig. Allein die Form erinnert an Reiskörner!
Habt ihr bisher bei Reiswaffeln, -Flocken und -Mehl immer auf die glutenfreie Deklaration geachtet? Ich freue mich über euer Feedback und einen Austausch! Berichtet mir gerne in den Kommentaren davon!
Folgt ihr mir eigentlich schon auf Instagram und Facebook? Ich freue mich darauf, wenn wir uns auch dort vernetzen!
Eure Anna ♥
Quellen:
1 Wikipedia: Reis
2 Reishunger: Alle Reissorten auf einen Blick
3 Reishunger: Hat Reis Stärke?
4 Forum Bio- und Gentechnologie e.V.: Amylose, Amylopektin (Stärke)
5 Deutsche Zöliakie Gesellschaft: Tipps für den Alltag

4 Comments
Hi Anna,
danke für den interessanten Beitrag! Dein Blog ist so hilfreich!
Verliest Du Deinen Reis noch, bevor Du ihn kochst?
Wir haben das bisher nur bei Linsen, Buchweizen, usw. gemacht, nicht bei Reis. Jetzt habe ich aber gerade auf der Website der DZG gelesen, dass es empfohlen wird (https://www.dzg-online.de/tipps-fuer-den-alltag): „(…) empfehlen wir bei Amaranth, Hirse/ Teff, Quinoa, Mais, Reis, Soja etc. nur ganze Körner zu kaufen und diese vor der Verwendung auf einer Arbeitsfläche zu verlesen“.
Und magst Du erzählen, wie Du es im Restaurant handhabst mit Nahrungsmitteln, die eigentlich verlesen werden müssten? Wir haben uns mit unserer Tochter (6) nach der Diagnose noch nicht wieder getraut, in Deutschland essen zu gehen (der Italienurlaub war dahingegen ein Träumchen!).
Liebe Grüße
Anna
Hey Anna,
vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Es freut mich riesig, dass der Blog für dich so hilfreich ist!
Ich muss zugeben, dass ich den Reis nicht so akribisch verlese wie beispielsweise Linsen. Bei Mehl achte ich natürlich darauf, dass es glutenfrei zertifiziert ist, aber herkömmlichen weißen Reis habe ich bislang noch nie auf der Tischplatte ausgebreitet und jedes Korn unter die Lupe genommen. Dafür wasche ich ihn nur sehr penibel. Auch im Restaurant bestelle ich ihn ganz normal.
Auswärts verzichte ich dafür tatsächlich auf Gerichte mit Linsen, weil ich das Kontaminationsrisiko da durchaus (aus eigener Erfahrung) als hoch einschätze. Ganz egal, ob es Linsensalat, Suppen oder andere Gerichte sind. Ich würde z.B. auch keine Linsensuppe im Supermarkt kaufen, die nicht glutenfrei deklariert ist. Buchweizen bestelle ich auch nie auswärts – das aber tatsächlich eher, weil ich den Geschmack nicht so gerne mag! 😊 Auch Gerichte mit Quinoa esse ich meist nicht auswärts – außer beispielsweise auf Reisen wie im vergangenen Jahr in Peru. Ich finde das Thema durchaus sehr komplex und glaube, dass da jeder seinen eigenen Umgang mit finden muss, wie es sich gut und richtig anfühlt.
Ich musste mich nach der Diagnose auch erst einmal richtig an das Thema rantasten. Lange Zeit war mir das beispielsweise mit den Linsen gar nicht bewusst – da bin ich auch erst im Laufe der Zeit draufgekommen und achte seitdem im Alltag darauf.
Ohhh ja, Italien ist immer wieder toll, oder? Wo wart ihr denn in Italien?
Viele liebe Grüße
Anna
Sehr interessant! Man lernt nie aus!
Liebe Sita,
das freut mich sehr, dass der Beitrag interessant für dich ist! Ich war selbst überrascht, wie viele Leser nach dem Thema gesucht haben – offenbar fragen sich das mit dem Reis viele! 🙂
Viele liebe Grüße
Anna