Glutenfrei durch… Madrid

Meine Tipps für die spanische Hauptstadt

Ende Januar hat es mich für einen Kurztrip nach Madrid gezogen. Und wenn ich Kurztrip sage, meine ich das auch: 1,5 Tage sind auf jeden Fall viel zu wenig für die wundervolle spanische Hauptstadt. Viel zu lange war ich nicht mehr in Spanien – das ist mir bei diesem Besuch wieder bewusst geworden.

Breite Prachtstraßen mit tollen Gebäuden, der Retiro Park im Sonnenschein mit seinem kleinen gläsernen Schloss in der Mitte, der atemberaubende Ausblick von der Dachterrasse des Círculo De Bellas Artes mit einem Gläschen Weißwein in der Hand, ein Besuch in der Markthalle von San Miguel, Churros mit dickflüssiger Schokosoße zum Frühstück – all das ist Madrid für mich in der kurzen Zeit geworden.

Die Markthalle von San Miguel lohnt sich für einen kurzen Besuch! Preise: Recht hoch!

Der erste kleine Supermarkt auf der Ecke unserer Unterkunft zieht mich sofort magisch an: Obwohl er eher in die Kategorie großer Tante-Emma-Laden fällt, gibt es auch hier ein kleines Regal an glutenfreien Sachen: Brot, Kekse und Cracker. Aber ganz ehrlich, hätte ich in Spanien auch nichts anderes erwartet – die Messlatte liegt in hier bei glutenfreiem Essen ja nun einmal etwas höher, als anderswo.

Natürlich bietet McDonalds auch glutenfreie Burger an – alleine das kann manchmal ja schon ein richtiges Highlight sein!

Die Zauberworte „sin gluten“ werden fast überall verstanden. Während man in Deutschland oft noch schräg angeguckt wird, wenn man erwähnt, dass man Zöliakie hat, wird man hier verstanden, wenn man erwähnt, dass man ein „celiaco“ ist. Die Verständigung ist ab und zu schon etwas abenteuerlich, wenn die Wirte in den typischen Restaurants kaum Englisch sprechen – mit Händen und Füßen und der Bitte an den Koch klappt es aber schon. Tja, vielleicht sollte ich mir das mit dem Spanischkurs doch noch einmal überlegen!

Ich halte gerne Ausschau nach Restaurants, von denen außen schon ein Hinweis auf glutenfreies Essen steht – am ersten Abend will das aber nicht so ganz klappen: Vor dem kleinen Kurztrip hatte ich mir extra eine Liste mit Restaurants geschrieben, die speziell auf glutenfreies Essen eingestellt sind. Aber wie es dann so ist, habe ich sie im Hotel liegen lassen! Und ich betone immer, wie wichtig die gute Vorbereitung doch ist.

Ich sehe es als kleine Notiz an mich selbst, mich beim nächsten Mal wieder besser an meine eigenen Tipps zu halten. Dann muss man auch nicht hungrig die einzelnen Restaurants abklappern und darauf hoffen, dass man verstanden wird und dazu auch noch etwas Glutenfreies auf der Karte steht! So ist es dann am ersten Abend ein Omlett mit Scampis geworden: Auf der Karte klang es noch ganz vielversprechend. Auf dem Teller sah es eher wie die kleine Vorspeise für 15 Euro aus. Wahrscheinlich war ich einfach viel zu hungrig!

Glutenfreie Bäckerei

panes y planes

Die kleine Bäckerei mit ein paar Sitzmöglichkeiten gibt es nun seit 1,5 Jahren. Sie ist bequem mit der U-Bahn zu erreichen. Chus ist ehemalige Modedesignerin und hat sich hier ihren kleinen Traum von ihrem eigenen Café verwirklicht. Selbst hat sie zwar keine Zöliakie und sonst auch keine Unverträglichkeit, aber durch einen Bekannten ist sie auf das glutenfreie Thema aufmerksam geworden und möchte auch so Zöliakiebetroffenen die Möglichkeit geben, unbeschwert auch morgens schnell „mal eben“ Brot zu kaufen oder nachmittags auf ein Stück Kuchen vorbeizukommen. So steht sie nun jeden Morgen mit ihrer Schwester in der Backstube und backt neben Brot auch Kuchen und andere süße und herzhafte Snacks.

Das erste Mal, als ich hier bin, stehe ich vor verschlossenen Türen: Siesta! Hätte ich auch selbst dran denken können! Währen der Zeit bis zum frühen Abend kümmert Chus sich um ihre Auslieferungen an bestellten Backwaren, die von anderen Cafés, Lädchen und Restaurants bestellt werden.

So stehe ich am frühen Abend wieder hier und warte, bis die Türen sich wieder öffnen. Die Kunden am Morgen haben fast alle Vorräte aufgekauft – aber zumindest sind nun noch Schokokuchen und verschiedene Sorten von Blätterteiggebäck da. Während ich bei glutenfreiem Blätterteig ja immer skeptisch bin, bin ich hier traurig, als ich das Teilchen aufgegessen habe! So quatschen wir bei einer Tasse Tee darüber, wie das Panes y Planes entstanden ist und über Gott und die Welt.

Ich bin traurig, wieder los zu müssen: Aber der Sonnenuntergang lockt zum Templo del Debod!


panes y planesCalle Eguilaz 13 – 28010 Madrid – Spanien


Ein Besuch am Templo del Debod lohnt sich besonders zum Sonnenuntergang!

Der nächste Morgen könnte typischer wohl nicht beginnen! Es geht zu Maestro Churrero. Während ich bisher immer traurig an allen Churro-Ständen vorbeigehen musste, gibt es hier auch eine glutenfreie Variante des typisch spanischen Gebäcks.

Glutenfreie Churros

Maestro Churrero

Ich treffe mich mit Alfredo um ein bisschen mehr über die Geschichte der Churros und des Familienbetriebes zu erfahren. In dritter Generation gibt es den kleinen Laden seit 1902 hier an der Ecke des Plaza de Jacinto Benavente schon – von Sol aus kann man hier in ein paar Minütchen hinschlendern.

Morgens ist es hier immer so voll, sagt Alfredo. Ich bin froh, noch einen Hochtisch neben der Tür zu ergattern. Die Leute treffen sich hier vor der Arbeit auf einen Plausch und tunken nebenbei ihre Churros in die dickflüssige Chocolate!

In der Auslage liegen die verschiedensten Churros in den unterschiedlichen Geschmackssorten: Schoko, gefüllt, bunt verziert. Die sind leider alle glutenhaltig – auf Bestellung bekommt man aber auch die ganz normalen, typischen in Fett ausgebackenen Teigstängelchen. So sitze ich kurz später selbst überglücklich da und tunke meine ersten glutenfreien Churros in die dickflüssige Schokosoße.

Keine Angst, die glutenfreien Churros werden hier separat von allen anderen Sachen zubereitet: Alfredo erwähnt von selbst, dass so eine mögliche Kontamination ausgeschlossen werden kann. Alle Geräte, die für den Brandteig genutzt werden, Fritteusen und sonstiges Zubehör werden streng getrennt.


Maestro ChurreroPlaza de Jacinto Benavente 2 – 28012 Madrid – Spanien


Hier ist meine Liste mit Restaurants und Bäckereien, die ich mir vorher herausgeschrieben habe:

  • As De Bastos – Calle de Castilla 62 – 28039 Madrid
  • Celicioso Bakery – Calle de Hortaleza 3 – 28004 Madrid
  • El Arrozal – Calle de Segovia 13 – 28005 Madrid
  • El Pimiento Verde – Castelló 18 – 28001 Madrid
  • Flavia Restaurant & Bar – Calle Gil de Santivanes 2 – 28001 Madrid
  • Honest Greens – Paseo de la Castellana 89 – 28046 Madrid
  • Kint – Calle Vallehermoso 36 – 28015 Madrid
  • La Cabra en el Tejado – Calle Santa Ana 29 – 28005 Madrid
  • Le Comptoir De La Crepe Sin Gluten – Calle de la Alameda 6 – 28014 Madrid
  • Mama Campo – Calle de Trafalgar 22 – 28010 Madrid
  • Sana Locura Gluten Free Bakery – Calle del Gral Oraá 49 – 28006 Madrid
  • Vaca Nostra – Paseo de la Castellana 257 – 28046 Madrid

Manche der Restaurants und Bäckereien sind auf glutenfreie Sachen spezialisiert, andere nehmen Rücksicht auf ihre Gäste mit Zöliakie. Selbst habe ich nur das „panes y planes“ und „Maestro Churrero“ besucht, aber hoffe, dass ich euch mit meinen dort gesammelten Erfahrungen und der Liste anderer Restaurants und Bäckereien die Planung für eure anstehende Reise nach Madrid etwas vereinfachen kann! Erzählt mir gerne in den Kommentaren, wenn ihr eines der Restaurants besucht habt und wie es euch gefallen hat. Dann weiß ich auf jeden Fall, wo ich bei meinem nächsten Besuch nach Madrid vorbeischauen muss!

 

Habt eine tolle Zeit in Madrid!

Eure Anna ♥


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