Meine Erfahrungen & allgemeine Tipps

Ihr plant euren Urlaub in Dänemark und fragt euch, wie es mit der Auswahl an glutenfreien Gerichten in Restaurants und Cafés aussieht? Bevor ich in den kommenden Wochen meine Erfahrungen zu einzelnen Regionen und Städten mit glutenfreien Restaurant- und Cafétipps mit euch teile, berichte ich heute von meinen Erfahrungen, wie ich das glutenfreie Essensangebot und den Umgang mit Zöliakie allgemein empfunden habe.

Ein kleines Fischerboot liegt in Dänemark auf dem Sand am Strand. Im Vordergrund sieht man Dünengras.

Anstatt des klassischen Städtetrips haben wir nun eine Rundreise gemacht und sind in knapp drei Wochen einmal durch (fast) alle Regionen gefahren. Unser Startpunkt des Roadtrips war Ribe. Von da aus waren wir auf Fanø, sind die gesamte Westküste entlang mit einigen Zwischenstopps bis nach Skagen gefahren. An der Ostküste haben wir Aalborg und Aarhus besucht und sind bis nach Kopenhagen und zur Insel Møn gefahren. Dementsprechend konnte ich einen ganz guten Überblick bekommen, wie es mit dem Thema „glutenfrei“ auch außerhalb von den klassischen Städtetrip-Orten wie Kopenhagen oder Aarhus aussieht.

Skandinavische Länder gelten unter Betroffenen ja oft als „glutenfreies Paradies“. Trotzdem habe ich mir vor dem Urlaub die ein oder andere Frage gestellt. Wie gut ist das glutenfreie Angebot bei unseren Nachbarn im hohen Norden wirklich? Gibt es tatsächlich eine so große Auswahl und sind die Gerichte in Lokalen auch für Menschen mit Zöliakie problemlos geeignet? Gibt es nur in den größeren Städten ein entsprechendes Angebot, oder gilt das auch in eher kleineren Orten? Und worauf sollte man grundsätzlich achten?

Dänemark = ein Land für Selbstversorger?

Für mich ist Dänemark ein echtes Selbstversorger-Land. Zumindest dann, wenn man den klassischen Städtetrip mal außen vor lässt und stattdessen mit dem Auto durchs Land reist, im Ferienhaus wohnt oder mit dem Camper unterwegs ist. Gerade mit Zöliakie finde ich diese Art zu reisen super angenehm. Man kann sich einfach selbst versorgen und zwischendurch auswärts essen, wenn sich eine gute und vor allem sichere Möglichkeit bietet. So bleibt man flexibel und muss sich nicht ständig Gedanken rund um das Thema Essen machen.

Ein weiterer Punkt sind die Preise: Dänemark ist schließlich nicht gerade für sein günstiges Preisniveau bekannt. Sowohl Lebensmittel als auch Restaurantbesuche können ordentlich ins Geld gehen. Selbst wenn es flächendeckend ein gutes Angebot an Restaurants mit sicheren glutenfreien Optionen gegeben hätte, hätte ich vermutlich nicht jeden Tag auswärts essen wollen. Gerade bei den ersten Einkäufen und Restaurantbesuchen kann einem beim Blick auf die Rechnung schon mal kurz Schnappatmung kommen.

Die Selbstversorgung ist daher oft nicht nur die entspanntere, sondern auch die günstigere Alternative.

Eien Person in beigen/hellgrauen Sachen sitzt am Strand.

Die glutenfreie Auswahl

Für mich wirkt es so, als wäre das Thema glutenfrei in Dänemark deutlich präsenter und selbstverständlicher im gastronomischen Alltag verankert. Ich hatte häufig den Eindruck, dass das Wissen über Zöliakie und die Anforderungen einer glutenfreien Ernährung größer ist als in vielen deutschen Cafés oder Restaurants. Und tatsächlich habe ich mich hier mit meiner Erkrankung weniger wie ein Außenseiter gefühlt. Es wurde nicht hinterfragt, ob ich wirklich glutenfrei essen muss oder warum das überhaupt nötig ist – es wurde einfach akzeptiert und meist auch verstanden.

Trotzdem würde ich Dänemark nicht als glutenfreies Paradies bezeichnen wollen. Es gibt keineswegs in jedem Restaurant oder Café sichere glutenfreie Optionen. Man muss schon ein bisschen schauen, recherchieren und gezielt nachfragen, wo man mit Zöliakie gut und sicher essen kann. Gerade in größeren Städten und touristischeren Orten ist das Angebot meist umfangreicher als in kleineren Orten oder abseits der typischen Touristenrouten.

Was ich allerdings besonders spannend fand: In einigen Lokalen war es geradezu selbstverständlich, dass glutenfreies Brot vorhanden war, obwohl damit weder auf der Speisekarte noch auf der Website geworben wurde. Ich musste teilweise nur nachfragen und bekam ganz selbstverständlich eine glutenfreie Alternative angeboten. Auch Fischfrikadellen und Pommes waren in einigen Räuchereien tatsächlich glutenfrei. Deshalb lohnt es sich meiner Erfahrung nach immer, aktiv nachzufragen. Manchmal gibt es mehr Möglichkeiten, als man auf den ersten Blick vermuten würde – man muss sie nur erst finden.

So erfreulich das Angebot auch ist: Für Menschen mit Zöliakie bleibt am Ende vor allem eine Frage entscheidend: Wie sieht es mit einer möglichen Kreuzkontamination aus?

Eine Person sitzt am Strand auf einer Picknickbank und isst.

Thema Kontamination

So positiv meine Erfahrungen in Dänemark insgesamt auch waren: Das Thema Kreuzkontamination hatte ich als Mensch mit Zöliakie trotzdem immer im Hinterkopf. Auch wenn ich auf der einen Seite positiv überrascht war, wie gut das Personal in manchen Lokalen sensibilisiert ist und weiß, worauf es ankommt, sollte man sich auf der anderen Seite nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die typischen Risiken gibt es auch in Dänemark.

Beim Smørrebrød wurden hin und wieder dieselben Aufstriche oder Bretter für glutenfreies und glutenhaltiges Brot verwendet werden. Auch bei Pizza und anderen Gerichten wurden Zutaten, Arbeitsflächen oder Küchenutensilien teilweise gemeinsam genutzt. Und gerade bei glutenfreien Backwaren und Kuchen lohnt es sich, genauer nachzufragen: Tatsächlich ist es mir mehrfach passiert, dass glutenfreie Backwaren in einer gemischten Backstube hergestellt wurden, in der auch glutenhaltige Produkte gebacken wurden. Nur weil etwas aus glutenfreien Zutaten hergestellt wird, bedeutet das also nicht automatisch, dass es auch sicher vor Kreuzkontamination geschützt ist.

Es reicht bei Zöliakie eben nicht aus, dass etwas als glutenfrei deklariert wird. Entscheidend ist immer, wie es zubereitet wird. Deshalb gilt für mich in Dänemark wie überall: offen kommunizieren, dass man Zöliakie hat, gezielt nachfragen und im Zweifel lieber einmal mehr nachhaken. So kann man meist gut einschätzen, ob ein Angebot wirklich sicher ist.

Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir dabei, wie offen viele Servicekräfte mit dem Thema umgegangen sind. Auf meine klassischen „Zöliakie-Fragen“ bekam ich meist klare und ehrliche Antworten. Statt herumzudrucksen, wurde offen erklärt, wie die Speisen zubereitet werden und wo mögliche Risiken bestehen. Genau das schafft Vertrauen.

Eine Pizza auf einem großen Teller auf einer Holztischplatte.

App

Auch in diesem Urlaub habe ich neben der klassischen Google- und Instagram-Suche auch die App Find me Gluten Free genutzt, um Lokale zu finden, die glutenfreie Leckereien anbieten. Auch wenn die Auswahl an glutenfreien Optionen auf den ersten Blick riesig erscheint und man zunächst positiv überrascht ist, relativiert sich das Ganze schnell, wenn man vor Ort genau nachfragt.  

In meinen Augen können entsprechende Apps eine Orientierungshilfe und Unterstützung bei der Ideensuche sein, auf sie verlassen würde ich mich allerdings nie blind. Detaillierte Nachfragen und das eigene Bauchgefühl sind dabei schlussendlich entscheidend! Und wie immer gilt: Lieber auf Nummer sicher gehen, als möglicherweise einen Glutenunfall zu riskieren, nur weil der Kuchen, das Smørrebrød oder das Eis so unwiderstehlich aussehen!

Ein Burger liegt auf einem braunen Papier auf einem Tisch. Im Hintergrund sieht man einen weiteren Burger und im Vordergrund Pommes.

Supermärkte

Ich liebe es, im Urlaub durch Supermärkte zu schlendern und das glutenfreie Angebot zu erkunden. Für mich fühlt sich das jedes Mal ein bisschen wie eine Schatzsuche an: Welche Produkte gibt es hier? Entdecke ich vielleicht etwas, das ich aus Deutschland nicht kenne? Und gibt es landestypische Spezialitäten auch in einer glutenfreien Variante?

Genau deshalb standen in Dänemark natürlich auch einige Supermärkte auf meiner Liste. Wie so oft hängt das Angebot stark von der Größe der Filiale und der jeweiligen Kette ab. Während ich das glutenfreie Sortiment bei Netto und Rema 1000 eher übersichtlich fand, bin ich bei größeren Märkten wie Føtex, SuperBrugsen, Kvickly oder Meny deutlich häufiger fündig geworden. Oft gibt es dort sogar ein separates glutenfreies Regal. Gleichzeitig lohnt sich aber auch ein Blick in die regulären Abteilungen, denn glutenfreie Produkte verstecken sich nicht selten zwischen den „normalen“ Artikeln. Besonders bei Knäckebrot war das regelmäßig der Fall!

Ich finde es immer so spannend, wie unterschiedlich das Angebot zu unseren deutschen Supermärkten teilweise ist. Es scheint so, als wenn hier glutenfreie Röstzwiebeln, Flohsamenschalen und teilweise auch Eishörnchen zum Standartsortiment gehören. Dazu gibt es noch viele Produkte bekannter Hersteller wie beispielsweise Schär, die es auf dem deutschen Markt nicht gibt. Und auch das TK-Angebot scheint mir hier viel spektakulärer zu sein als in den heimischen Supermärkten. Aber auch hier kommt es immer auf den entsprechenden Markt an!

P.S.: Falls ihr einen Meny-Markt besucht, schaut unbedingt in die Tiefkühlabteilung. Dort habe ich unglaublich leckere glutenfreie Zimtschnecken zum Aufbacken entdeckt. Eine ganz klare Empfehlung!

Eine Person hält ein Paket mit glutenfreien Zimtschnecken zum Aufbacken in den Händen.
Ein Supermarktregal mit glutenfreien Lebensmitteln.

Hafermilch – ein Trend mit Tücken

Ja, auch in Dänemark ist der Hafermilch-Trend angekommen. Dass sie inzwischen ganz selbstverständlich für Kaffeegetränke verwendet wird, kennen wir ja auch von zu Hause. Was mich allerdings überrascht hat: In einem Lokal habe ich eher zufällig im Kleingedruckten der Speisekarte entdeckt, dass dort auch die Smoothies standardmäßig mit Hafermilch zubereitet werden. Damit hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet. Seitdem schaue ich auch bei Smoothies lieber noch einmal genauer hin!

Fischbuden & Räucherfisch

Ich sehe ja ein, dass Fisch nicht jedermanns Sache ist! Wenn ihr Fisch mögt, erwartet euch besonders an der Westküste ein tolles Angebot an Räuchereien und Fischgeschäften.

Viele der geräucherten und verarbeiteten Fischspezialitäten sind von Natur aus glutenfrei. Trotzdem sollte man auch hier immer nachfragen! Ich habe zum Beispiel auch geräucherten Lachs mit Teriyaki-Soße entdeckt, die leider nicht glutenfrei ist. Auch Fischfrikadellen sind in Dänemark super beliebt und sehr verbreitet. Überraschenderweise haben wir sie immer wieder auch in glutenfreien Varianten gefunden. Echt toll!

Aber wie immer gilt auch hier: Haltet die Augen offen! Werden an dem Stand auch Fischbrötchen angeboten? Wie sieht es mit Krümeln aus? Wo werden die Brötchen aufgeschnitten und belegt? Werden Fish & Chips angeboten? Werden die Pommes separat frittiert? Bei manchen Fischbuden und Fischhändlern habe ich aufgrund der möglichen Kontamination dankend abgelehnt – bei anderen wiederum konnte ich völlig problemlos essen.

Fischfrikadellen liegen auf einem Stück Papier auf einem Holztisch.

Smørrebrød

Was ist ein Urlaub in Dänemark ohne Smørrebrød? Die dick belegten Brote gehören doch genauso dazu wie freche Möwen am Strand oder Meeresrauschen! Fragt hier bitte jedoch genau nach, ob diese auf separaten Brettern geschmiert und im besten Fall mit separaten Zutaten belegt werden. Nur so kann eine mögliche Kreuzkontamination bestmöglich ausgeschlossen werden! In manchen Läden werden die glutenfreien Brote auch auf Bestellung erst im Backofen aufgetaut – auch da sollte man genau hinsehen!

Eis

Ohne ein cremiges (Soft-)Eis ist doch kein Dänemark-Urlaub komplett, oder? Eisdielen und Soft-Eisläden gibt es gefühlt wie Sand am Meer! Ab und zu werden auch glutenfreie Eishörnchen dazu angeboten.

Beim Eiskauf gelten aber dieselben Regeln wie an der heimischen Eisdiele. Können Krümel in die Eisbehälter gelangen? Werden frische Eisportionierer verwendet? Da mir das Risiko oft zu groß war, habe ich in Dänemark meine Liebe für Softeis entdeckt. Ich habe keinen Fall erlebt, in dem das Eis nicht glutenfrei war (natürlich habe ich trotzdem immer nachgefragt). Dazu ist die Abfüllung in den Becher oder das Eishörnchen meist deutlich sicherer als bei offenem Speiseeis.

Ein überdimensional großes Eishörnchen mit Softeis aus Plastik steht vor einer Eisdiele.

Plant ihr eine Reise nach Dänemark oder habt noch weitere Tipps oder Fragen? Berichtet mir gerne in den Kommentaren davon!

Folgt ihr mir eigentlich schon auf Instagram und Facebook? Ich freue mich, wenn wir uns auch da vernetzen!

Eure Anna ♥

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