Meine glutenfreien Highlights in Nepal

Wie es generell mit dem Reisen mit Zöliakie in Nepal aussieht, habe ich euch in einem meiner letzten Artikel verraten – heute geht es um die Orte, an denen man auch einmal unbeschwert essen gehen kann. Es soll nicht immer Dal Bhat oder geschnibbeltes Gemüse sein? Dann schaut doch einmal bei Madhav in Pokhara oder in einem Newari-Restaurant in Kirtipur vorbei!

Pokhara

Panoramix an der North Lakeside – Mein absolutes Highlight

Die Straße von den ganzen Geschäften und Cafés bis zur North Lakeside zieht sich immer weiter. Die Sonne macht es einem heute auch nicht gerade leichter. Vielleicht liegt die meine Trägheit auch daran, dass ich mich schon am anderen Seeufer bis zum Gipfel zur Peace Stupa gequält habe. So weit sah es auf der kleinen Karte vorher gar nicht aus, auf der grob etwas nördlicher von den ganzen kleinen Geschäftchen der Haupt-Einkaufsstraße ein kleiner Punkt gesetzt war. Durch Zufall habe ich die kleine Werbeanzeige in einem kostenlosen Touristenführer gefunden, die mir meine Gastmutter in der Woche zuvor in die Hand gedrückt hat. Vergeblich frage ich vorher schon in anderen Restaurants, ob sie das kleine Café vielleicht kennen – Pustekuchen! Also geht es weiter, bis hinter einer kleinen Kurve ein bisschen versteckt zwischen Bambus und Bananenstauden das süße Café zum Vorschein kommt: „Gluten Free Bread And Cakes“.

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Endlich gefunden! Die glutenfreie Bäckerei von Pokhara.

Madhav – ein liebevoller, etwas untersetzter Nepali mit einem sanftem und verschmitzten Lächeln steht hinter der Auslage. Freudig kommt er hinter seiner Theke vor, um seine glutenfreien Produkte vorzustellen. Ich bin zu spät – die Muffins sind aus. Die bekomme ich am nächsten Tag erst wieder. Aber es gibt noch Baguettes – aus einer Mischung aus wildem und normalem Buchweizen.

Um ehrlich zu sein, mag ich den Geschmack von Buchweizen nicht so gerne. Da ist meine anfängliche Freude, in der ein bisschen Hysterie mitspielt erst einmal gedämpft. Hm, naja. Sagen wir mal so, begeistert bin ich nicht gerade. Auch mit Zöliakie entwickelt man nach einer Zeit seine Macken, wenn es um die Wahl des Mehls geht. Aber die anderen Aussichten sind auch nicht so rosig. Ich kann mir sicher sein, dass ich so schnell in dem kleinen Städtchen wohl keine glutenfreien Baguettes mehr zu sehen bekomme – und dazu noch einen so liebevollen Bäckermeister! Ich musste mich also zwischen Keksen aus dem kleinen Supermarkt die Straße hinunter, oder einem frisch belegten (Buchweizenmehl-) Baguette entscheiden – da fällt die Entscheidung doch auf die frische Variante.

Mahdav trägt auch seinen Teil dazu bei. Das Versprechen, dass es gar nicht so stark nach Buchweizen schmecken würde, kann er Gott sei Dank halten.

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Hier kann man es schon eine Zeit lang aushalten!

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Und auf einmal beginnt er auf Deutsch mit mir zu reden. Verwundert gucke ich ihn an, und frage mich selbst, ob ich gerade richtig höre. Ca. 6.700 km von zu Hause entfernt, an einem See am Fuße des Annapurnagebirges erklärt mir in einem süßen Café ein nepalischer Bäckereibetreiber auf Deutsch, dass er drei Jahre lang seine Bäckerlehre in Deutschland gemacht hat und da auch die Idee für seine glutenfreien Produkte bekommen hat. Jetzt ergibt auch das Schild „Deutsche Biobäckerei“ einen Sinn.

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Hoffentlich kommen nur die glutenfreien Baguettes auf das Holzbrettchen!

Wir kommen ins plaudern, sprechen über Deutschland, Zöliakie und die wenigen Möglichkeiten, in Nepal spezielles glutenfreies Essen zu bekommen. Darf ich Fotos machen? Na klar! Und schon stehe ich in der Küche und sehe dabei zu, wie mein Nachmittagsessen zubereitet wird.

Die Entscheidung fällt auf ein Thunfischbaguette – frisch belegt mit Salat, Tomaten und Mayonnaise. Mayonnaise? Da wurden die Allergikerohren wieder hellhörig – aber alles gut, jeden Morgen wird die frisch zubereitet.

Wer dem ganzen noch nicht so ganz traut, kann bestimmt auch einen Blick in die Küche werfen. Danach ist das Gewissen erst einmal beruhigt.

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Beim zweiten Besuch gab es auch glutenfreie Muffins.

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Zufrieden und gestärkt geht es wieder zurück – so weit ist der Weg eigentlich gar nicht, wie er mir auf dem Hinweg vorgekommen ist. So wird bei dem kurzen Besuch in Pokhara das tägliche Baguetteessen bei Madhav zum kleinen Ritual am Nachmittag. Für den nächsten Besuch steht noch das Versprechen im Raum, dass wir zusammen backen – ich freue mich jetzt schon.

In Pokhara wimmelt es vor tollen Restaurants und in manchen der kleinen Supermärkte findet man auch glutenfreie Kekse.

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Es gibt so gemütliche Restaurants und Cafés in Pokhara.

An zwei Abenden habe ich noch das Lemon Tree besucht. Erst kann zwar niemand etwas mit dem Begriff „glutenfrei“ anfangen. Mit der nepalesischen Bitte an den Koch und einigen Erklärungen ist es dann aber kein Problem, dass ich meinen gewünschten gegrillten Fisch bekomme. Anstatt der Pommes gibt es frisches Gemüse dazu.

 

UPDATE 13.02.2018: In der vergangenen Woche war ich noch einmal im Lemon Tree, um den leckeren Fisch zu essen. Wie im vergangenen Jahr habe ich dem Kellner auch meine Bitte an den Koch auf Nepali gezeigt und ihn gebeten, sie mit in die Küche zu nehmen. Der Zettel blieb auf dem Tisch liegen und anstatt des bestellten Reis‘ gab es frittierte Pommes als Beilage. Auf mein erneutes, beunruhigtes Nachfragen hin wurde mir versichert, dass alles glutenfrei sei – Kartoffeln könne ich ja schließlich essen. Trotzdem habe ich nur das gedünstete Gemüse am Rande des Tellers angerührt, da auch der Fisch in meinen Augen etwas mehliert aussah. Da es am nächsten Morgen früh mit dem Bus wieder zurück nach Kathmandu ging, wollte ich mich einfach nicht auf das Abenteuer einlassen und habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen! Habt ihr in der vergangenen Zeit mal im Lemon Tree gegessen? Wie war eure Erfahrung? Berichtet mir gerne in den Kommentaren davon!


Adresse: The Lemon Tree Restaurant, Lakeside (gegenüber vom Busy Bee Café), Pokhara


Kathmandu

Irgendwann kommt auch bestimmt einmal der Moment, in dem man mal kein Dal Bhat mehr essen mag. Spätestens dann, wenn man hungrig durch Thamel läuft und sich ein Restaurant an das nächste reiht.

Da kommt das kleine Fastfoodrestaurant wie gerufen – die Pommes strahlen mich aus dem Bananenblattschälchen an und schmecken so gut! Sie werden in ihrer eigenen Fritteuse zubereitet. Vielleicht schadet es aber nicht, wenn man bei der Zubereitung einfach über die Schulter schaut, da auch Falafelwraps angeboten werden.

 

UPDATE 13.02.2018: Vorgestern wollte ich mir noch einmal die leckeren Pommes hier in Thamel als Abendessen holen. Nach mehrmaligem Nachfragen stellte sich dann aber doch heraus, dass in dem gleichen Fett wohl auch die Falafel frittiert werden. Es wurde mir zwar zugesichert, dass sie komplett aus Kichererbsenmehl bestehen, aber ich habe hier lieber auf mein Bauchgefühl gehört und verzichtet.


Adresse: Chick N Falafel, Paryatan Marg (Thamel), Kathmandu


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Werbetafeln in Thamel.

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Dadurch, dass ich in Kathmandu die ganze Zeit von meiner Gastfamilie bekocht wurde, habe ich hier kein spezielles glutenfreies Restaurant gefunden – das steht auf jeden Fall auf der ToDo-Liste für den nächsten Besuch! Habt ihr vielleicht einen Tipp für mich? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Kirtipur

In Kirtipur gibt es noch das Newa Sasaa – ein typisches Newari Restaurant. Mich verzaubert schon der Ausblick vom Parkplatz. Die Sonne verabschiedet sich langsam und färbte das Grün der umliegenden Felder in satte Farbtöne.

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Hach! Ich möchte zurück!
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Die Wandbemalung im SASAA Restaurant.

Wir finden Platz in einem kleinen Restaurantteil. Die Wände sind bunt bemalt und erzählten von allerlei Bräuchen der Newaris, einer der ethnischen Gruppen in Nepal. Traditionell wird auf dünnen Sitzkissen im Kreis auf dem Boden gesessen. Das ausgeschenkte Reisbier (natürlich glutenfrei!) hat bei den vorherigen Gästen wohl auch nicht immer den Weg in den Becher gefunden – der Boden gibt zumindest den intensiven Geruch von vergorenem Reisbier von sich. Wie gut, dass ich ein Plätzchen an der Tür erwischt habe.

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Traditionelles Newari Reisbier.

Als (glutenfreie) Spezialitäten stehen Reis- und Linsenpizzen auf der Speisekarte. Man kann sie entweder mit oder ohne Belag bestellen. Ich muss zugeben, dass ich ganz glücklich bin, dass mir erst nach dem Essen die traditionelle Zubereitung gezeigt wird – vielleicht hätte ich sonst nicht so bei der Reispizza zugeschlagen.

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Newari Pizza aus Linsenmehl.

Ein Pessimist würde sagen, dass in den schwarz verrußten Pfannen auch andere Sachen zubereitet werden. Mein Bauch hat sich später zumindest nicht beschwert – so bin ich dann mal der Optimist, der daran glaubt, dass dort nur Reis- und Linsenpizzen zubereitet werden.


Adresse: SASAA, Sagal Tole – 5, Kirtipur RingRoad, Kirtipur


 

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