Kalk Bay, my love!

Mein Highlight in Kapstadt…

…mit Restaurantempfehlung

Kapstadt hat eigentlich alles, was man zum Glücklichsein braucht. Den Tafelberg, das Meer, unendlich lange Strände aus weißem Zuckersand (wahlweise Puder- oder grober Zucker), kitschige Sonnenuntergänge, erstklassige Restaurants, Nationalparks, das Kap der Guten Hoffnung und spektakuläre Weingüter einen Steinwurf entfernt! Strauße, die frech durch das Fenster schauen, wenn man für einen kurzen Fotostopp anhält, Surfhotspots, Museen, malerische Straßen entlang der Küste mit Aussichtspunkten, die einem den Atem rauben. Bunte Strandhäuschen in Muizenberg, Pinguine, die sich die Sonne auf den Bauch strahlen lassen oder watschelnd in die Wellen laufen und sich ins Wasser platschen lassen.

Und Kapstadt hat Kalk Bay! Kalk Bay kam für mich so unerwartet. Dieses Strahlen – ich habe mich schlagartig wohl gefühlt. Ja, Kalk Bay hat mir einfach ohne Vorwarnung den Kopf verdreht! Warum haben wir uns nicht schon viel früher kennengelernt? Wahrscheinlich hätte ich dann viel weniger in und um Kapstadt herum gesehen, sondern all meine restliche Zeit am Kap hier verbracht und hätte mich von Café zu Café treiben lassen.

Kalk Bay ist ein ehemaliger Fischerort, der sich in den letzten Jahren ganz schön gemausert hat. Kleine Cafés wechseln sich mit hippen Boutiquen ab, Restaurants warten auf Kundschaft, die besonders bei Sonnenschein nicht lange auf sich warten lässt. Hach, wie gerne würde ich wieder durch die Antiquitätenlädchen streifen und nach kleinen Andenken suchen, die man eigentlich gar nicht braucht, einen zu Hause aber immer an die wundervollen Momente hier in Kalk Bay erinnern werden. So wie das kleine silberne Teesieb, in das ich mich schlagartig verliebt habe und das unbedingt noch mit musste. Die kleinen Lädchen sind eine Mischung aus Geschäften und Museen. Im Baum flattert eine kleine Girlande, die mich an die Gebetsfahnen in Nepal erinnert. Anstatt hinduistischer Mantras lächelt einem hier das Gesicht Mandelas entgegen – Tata Madiba.

In einer kleinen Gärtnerei werden Sukkulenten mit ihren kleinen dick-speckigen Blättchen verkauft, ein kleiner Urban Garden, Blumenläden und Souvenirgeschäfte mit typisch afrikanischen Körben, Trommeln und so vielen Sachen, die man alle am liebsten auch noch mitnehmen würde, laden zum Bummeln ein.

Auch wenn sich Kalk Bay ganz schön entwickelt hat, werden die Ursprünge hier nicht vergessen: Gefischt wird immer noch. Einen kleinen Spaziergang von „Kalk Bay-Downtown“ entfernt liegt der Hafen. Von dicken Stacheldrahtzäunen gesichert, liegen hier die Boote, von denen der frisch gefangene Fisch direkt auf den kleinen Fischmarkt gehievt und fangfrisch verkauft wird.

Ich sehe noch die fette Robbe vor mir, die sich auf den Anleger hochhievt, in der Sonne aalt und die Aufmerksamkeit genießt. Der Wind weht hier teilweise so stark, dass man manchmal Angst hat davonzufliegen. Hohe Wellen rauschen heran und zerschellen an der felsigen Küste in sicherer Entfernung. Manch einer wirft hier seine Angelrute aus und hofft, dass der ein oder andere Fisch anbeißt. Souvenirverkäufer versuchen ihr Glück, Bilder, Taschen und Kunstwerke aus kleinen Perlen an die Touristen zu verkaufen, die hier neugierig das Treiben beobachten.

Glutenfrei in Kalk Bay

Während ich euch in der vergangenen Woche schon meine liebsten glutenfreien Plätze und vor allen Dingen Cafés in Kapstadt vorgestellt habe, habe ich euch meine Lieblingsecke(n) in Kalk Bay bisher vorenthalten.

The Brass Bell

Mein Restaurant-Highlight in Kalk Bay

Mein absolutes Highlight in Kalk Bay ist das Brass Bell. Das Restaurant verzaubert einen am Abend genauso wie tagsüber. Während abends das Kaminfeuer knistert und die Wellen unter einem rauschen, kann man tagsüber die Surfschüler beobachten, die eisern versuchen, nicht von der der ersten anrollenden Welle vom Brett geworfen zu werden. Es fühlt sich an, als wenn man mitten auf dem Meer sitzt. Das Restaurant hat verschiedene Etagen – unten ist es in Blautönen etwas maritimer gehalten, während es oben besonders abends durch das Kaminfeuer und die Holzeinrichtung sehr kuschelig wird.  

Selbst hätte ich das Restaurant wohl niemals gefunden – am Abend haben uns Freunde hierhin entführt, weil wir uns alle einig waren, dass es Fisch geben sollte. Obwohl es keine spezielle glutenfreie Karte gibt, war „glutenfrei“ hier kein Fremdwort. Gemeinsam mit der Kellnerin bin ich so die Karte durchgegangen, um zu gucken, was glutenfrei ist oder dementsprechend angepasst werden kann.

Anstatt auf dem Grill wurden der Fisch und Tintenfisch auf Nachfrage in einer separaten Pfanne zubereitet. Sicher ist sicher! Und während man in anderen Restaurants beim glutenfreien Dessert manchmal leer ausgeht, kann ich euch hier die Crème brûlée and Herz legen! Wie gerne ich gerade noch einmal mit meinem kleinen Löffel auf der Zuckerschicht herumklopfen würde!

P.S.: Bei einer Crème brûlée ist es nicht geblieben. Am nächsten Tag ging es am Mittag direkt noch einmal ins Brass Bell!


The Brass Bell: Main Rd – Kalk Bay – 7990Cape Town – Südafrika


Zwei weitere Restaurant-Tipps

Auch im Lekker und Osetra könnt ihr „glutenfreies“ Glück haben.

Lekker

Das Lekker liegt direkt gegenüber des Brass Bell’s. Lekker ist Afrikaans und in Südafrika kann alles lekker sein: Das Essen, eine andere Person, das Wetter, das Meer, das Wochenende, die Party, ein wunderschöner Ausblick.

Das Lekker ist super gemütlich und stylish gestaltet. Weit geöffnete Fensterfronten laden ein, sich ein Plätzchen zu suchen und kurz zu verschnaufen. Wenn man Glück hat, gibt es auch noch glutenfreien Kuchen – dafür bin ich leider zu spät. Auf der Karte steht dafür aber auch noch glutenfreies Bananenbrot.


Lekker: 106 Main Rd – Kalk Bay – 7990 Cape Town – Südafrika


Osetra

Das Ostera steht kurz vor seiner Eröffnung, als ich zufällig vorbei komme – hier steht noch eine Leiter und dort werden noch Glühbirnen ausgetauscht. Obwohl ich eigentlich schon längst im Auto sitzen wollte, um vor dem Rückflug am Nachmittag meine Koffer fertig zu packen, verquatsche ich mich mit dem Restaurantleiter und einem Servicemitarbeiter. Ich finde es immer wahnsinnig interessant, was für ein Konzept, welche Gedanken, Pläne, Träume und Wünsche dahinter stecken, wenn ein Restaurant eröffnet wird.

Ich bin völlig begeistert, wie euphorisch und verständnisvoll die beiden sind. Das Interesse für Zöliakie, was ich essen darf und auf was geachtet werden muss ist groß. So stehen wir eine Weile da und fragen uns gegenseitig Löcher in den Bauch. Vor dem Rückflug ist mir ehrlich gesagt nicht danach, etwas zu essen. Aber allein die Gespräche geben mir so ein gutes Gefühl, dass ich den Jungs und Mädels ganz feste die Daumen drücke, dass all ihre Träume mit dem Restaurant in Erfüllung gehen. Ohne Probleme kann man hier mit den Mitarbeitern reden und ganz genau sagen, wie das Essen zubereitet werden soll und nach Inhaltsstoffen fragen. Ja, hier habe ich wirklich das Gefühl, als wenn alles daran gesetzt wird, dass der Gast mit einem Strahlen nach Hause gehen soll und all seine Wünsche berücksichtigt werden. Ganz nach dem Motto: „We are happy when you are happy!“


Osetra: 112 Main Rd – Kalk Bay – 9757 Cape Town – Südafrika


Knead Bakery

Und wenn ihr noch auf der Suche nach glutenfreiem Brot seid und es dieses Mal nicht im Supermarkt kaufen möchtet, empfehle ich euch das Knead in Muizenberg. Mit dem Auto ist es nur einen Katzensprung von Kalk Bay aus entfernt. Die Bäckereikette mit 13 Filialen in Kapstadt hat auch immer zwei Sorten glutenfreies Brot im Angebot!


Knead Bakery: 8 Beach Rd – Muizenberg, 7945 Cape Town – Südafrika


 

Wart ihr schon einmal in Kalk Bay und habt den kleinen Ort genauso in euer Herz geschlossen? Habt ihr noch einen anderen Restaurant- oder Cafétipp, wo man problemlos auch glutenfreie Gerichte bekommt? Erzählt mir gerne in den Kommentaren davon!

Eure Anna ♥


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Anna

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